Mai
12

2. Platz beim Rennsteiglauf

  • Jubiläumsveranstaltung: 40. GutsMuths-Rennsteiglauf am 12.05.2012
  • 21,1 km, 43,5 km, 72,7 km + Schülerläufe und Nordic Walking, Wanderungen
  • Hügelige Strecke über die Höhen des Thüringer Waldes, entlang des Rennsteigs
  • Gemeinsamer Zielort: Schmiedefeld
  • fast 17.000 Teilnehmer

Vorm "Nugget"Der GutsMuths-Rennsteiglauf ist der „größte Crosslauf“ Europas. Er führt über den Höhenweg des Thüringer Waldes, dem Rennsteig, von Neuhaus (Marathon), bzw. Eisenach (Supermarathon) nach Schmiedefeld. Hier, am gemeinsamen Zielort, enden auch der Halbmarathon mit Start in Oberhof, der Juniorcross und die Nordic-Walking-/Wanderstrecken.  Jedes Jahr nehmen ca. 15.000 Läufer, Nordic Walker und Wanderer daran teil. Bei der Jubiläumsveranstaltung im Jahr 2012 waren es fast 17.000 Teilnehmer, die ihre erfolgreiche Teilnahme in dem kleinen Städtchen unterhalb des Rennsteigs feiern durften.

Der Rennsteig ist ein 170 km langer Wanderweg. Er beginnt in Hörschel (Stadtteil von Eisenach), durchquert Thüringen auf den Höhen des Thüringer Walds in südöstliche Richtung und endet nachdem er zuvor die bayerische Grenze im Frankenwald überschritten hat, wieder in Thüringen, in Blankenstein.

Für Ostdeutschland hat die Veranstaltung Kultstatus: Der seit den 70er Jahren stattfindende Lauf war die größte Breitensportveranstaltung der DDR, an der erfolgreich teilgenommen zu haben, große Anerkennung in Sportlerkreisen verschaffte. Aber auch heute ist es ein Markenzeichen, GutsMuths-Läufer zu sein.

Ich startete nach 2006, 2007 und 2008, bereits zum vierten Mal, beim Supermarathon, der Königsstrecke, über 72,7 km. Fast 1.900 Höhenmeter sind insgesamt zu bewältigen. Nach dem Start auf dem Marktplatz in Eisenach führt die Strecke hoch zum Stadtpark und erreicht nach 7,4 km die Einmündung auf den Rennsteig. Die ersten 25 km ziehen sich stetig in die Höhe, am großen Inselsberg erreichen dann die Ultraläufer mit 917 m die zweithöchste Erhebung der Strecke. Nach einem sehr steilen Abstieg finden sich die Teilnehmer 200 Meter tiefer und dürfen nun bis zur Vollendung der eigentlichen Marathondistanz einen gut zu laufenden „hügeligen Parcour“ über Schotter- und Waldwege und sogar leichte Trails bewältigen. Erst dann erfolgt ein nächster Anstieg, bei dem es heißt seine Kräfte richtig einzuteilen, zu den Neuhöfer Wiesen. Hier erwartet uns eine von insgesamt sechs Verpflegungsstationen die üppig ausgestattet ist und für die etwas gemütlicher laufenden Teilnehmer sogar Schmalzbrot, Wurst und andere Thüringer Spezialitäten anbietet. Obligatorisch ist der Haferschleim, den es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Hier wollte ich in diesem Jahr bei meiner ersten „ambitionierten Teilnahme“ jedoch keine Experimente eingehen und bediente mich in erster Linie mit Wasser, Tee und Isodrinks, welche es natürlich auch an den zusätzlichen neun Getränkestationen gab.

Weiter geht es in Richtung Oberhof, wo am „Grenzadler“ bei km 54 ein weiteres Mal die Zeitmessung überschritten wird. Hier besteht die Möglichkeit des frühzeitigen Ausscheidens aus dem Rennen, inklusive „kleiner Ergebnisliste“. Die „DNF´s“ haben hier die Möglichkeit in einem Zelt die Zeit zu überbrücken, bis der nächste Shuttlebus in den Zielort fährt. Nach einem weiteren erwähnenswerten An- und Abstieg muss nun auf den Kilometern 57 bis 61 der höchste Punkt (972 m) der Strecke, die Plänckners Aussicht am großen Beerberg, in Angriff genommen werden. Von nun an geht es zwar tendenziell bergab, dennoch müssen ein paar, den Rhythmus störende Anstiege, bezwungen werden. Immerhin ist man nun nicht mehr einsam, da man auf die Wanderer trifft, die in Oberhof gestartet sind. Teils in Schlangenlinie aber dafür durch Anfeuerungsrufe motiviert, geht es dem Ziel entgegen. Der Zieleinlauf am Sportplatz ist ein einmaliges Erlebnis. Tausende von Zuschauer säumen die Zielkanäle der unterschiedlichen Veranstaltungen und sorgen für eine Stimmung die Ihresgleichen sucht.

Das Rennen:

Noch in der Vorwoche wusste ich nicht wie ich die „Rennsteig-Tortur“ überstehen sollte. Einige Früh-/Nachtdienstkombinationen und ein gesundheitliches Problem zwangen mich in die Knie. „Das gibt´s doch nicht, steht der Rennsteiglauf für mich auf der Kippe?“ Absolute Ruhe und viel Schlaf halfen mir wieder in die Spur.

Wie geplant stehe ich am Samstag früh für das „Trail Magazin“ startend, gemeinsam mit 2.600 weiteren Startern, um 6 Uhr am Start in Eisenach. Viele bekannte Gesichter und große Namen der Ultramarathon- und Trailszene wie Christian Stork und Dr. Thomas Miksch, die sich jeweils schon vier Mal als Sieger über die Supermarathonstrecke feiern lassen durften oder der Österreicher Thomas Bosnjak stehen neben mir.

Trotz großem Respekt vor diesen Läufern, traue ich mich, von Anfang an in der Spitzengruppe mitzulaufen. Nach dem ersten Anstieg und einigen wenigen Kilometern kristallisiert sich heraus, dass eine Gruppe aus acht Läufern das Rennen, zumindest in der Anfangsphase, bestimmt. In Hinblick auf Länge, Profil und Terrain der Strecke kann sich da natürlich noch viel ändern. Bei Kilometer 12 darf ich sogar meine ersten Führungsmeter beim Rennsteiglauf feiern. Natürlich ist dies bei km 12 von 73 keine besondere Leistung – aber es ist DER RENNSTEIGLAUF! Es ist irgendwie ein „unheimliches Gefühl“.

Natürlich habe ich mir im Vorfeld einen „Marschplan“ zurechtgelegt, bei welchem ich als Minimalziel nach 5:45 Std. die Ziellinie überqueren sollte. Mein eigentliches Ziel, eine 5:40 entspricht einer Pace von 4:39 min/km. Als Sicherheit zog ich nochmal eine Sekunde ab und fixierte die 4:38 min/km in meiner Garmin Forerunner. So sollte ich immer einen Überblick haben, ob ich mich im Plan bewege. Doch ich sah mir selbstverständlich auch die Ergebnisse der Vorjahre an. Sieger-, bzw. Zielzeiten und Zwischenzeiten. 5:29 Std benötigte der Vorjahressiger, unter 5:24 schaffte es Christian Stork zuvor ins Ziel (4:26 min/km) und mit einer Pace von unglaublichen 4:20 min/km war dieser 2008 unterwegs, als er mit 5:16:29 Std den Streckenrekord nur knapp verfehlte. Also allesamt Tempi, die für mich keine Bedeutung spielen sollten.

Doch auf einmal bin ich in dieser Gruppe, die genau diese Pace einschlägt. Um diese Durschnittgeschwindigkeit auf der der schwierigen Strecke erreichen zu können, ist auf flachen Passagen eine Pace von teils unter 4 min/km nötig. Darum machte ich mir vorher keine Gedanken, wird mir aber immer dann bewusst, wenn mir meine 910XT die Vollendung des nächsten Kilometers signalisiert. Ich habe keine Ahnung wie lange ich dies durchhalte, zumal wir uns derzeit am langen Anstieg zum Großen Inselsberg befinden. Wir nähern uns der Zwischenzeitmessung bei km 18. Die Live-Twitter-Meldung lautet:

TwittermeldungUnglaublich! Es folgt der steile Anstieg zum Inselsberg. Unsere Gruppe zieht sich etwas auseinander. Christian Seiler und der Franzose Cetric Schramm setzen sich etwas ab. Auch Christian Stork kann ihnen nicht folgen. Ich bleibe gemeinsam mit Anton (Dodo) Philipp noch ein Stück dahinter. Anschließend folgt der steile lange Abstieg. Stork schließt wieder auf und setzt sich an die Spitze, ich muss Federn lassen; das Bergablaufen ist nicht mein Metier. Auf den folgenden Kilometern finden wir alle wieder zusammen. Es zeigt sich langsam wer „was drauf hat“ und wer nicht. Der Österreicher Bosnjak, als Favorit angereist, klagt über schwere Beine. Vor zwei Wochen hat er noch einen Ultra auf Mallorca bestritten. Sein ungleichmäßiges Tempo am heutigen Tag tat wohl sein übriges. Zwischenzeitlich muss auch ich eine kleine Tiefphase überwinden. Langsamer machen kommt nicht in Frage. Regelmäßige Nahrungsaufnahme in Form von mitgeführten Gels ist das A und O. Dies habe ich in der vergangenen Zeit viel zu oft vernachlässigt. Heute achte ich ganz speziell darauf. Der Thüringer Seiler, mit Straßenwettkampfschuhen laufend und bei der ziemlich niedrigen Temperatur auch nur mit Shorts und Trikot bekleidet, sieht am frischesten aus. Mit seiner Marathonbestzeit von 2:18 Std läuft der Rennsteig-Seriengewinner über HM und Marathon aber auch in einer anderen Liga.

Zur Hälfte des Rennens ist nochmal ein großer Moment für mich, als im Netz folgende Twittermeldung verbreitet wird:

Twittermeldung

Während die meisten unserer Gruppe, die sich inzwischen leicht auseinander gezogen hat, sich etwas Zeit bei der Verpflegung nehmen, schlägt Seiler ein neues Tempo ein und enteilt uns. Gemeinsam mit Christian Stork mache ich mich an die (erfolglose) Verfolgung. Ich fühle mich schon nicht mehr frisch und das Tempo, welches Christian in der Ebene anschlägt, ist für mich nur schwer zu halten. Sobald es bergab geht, habe ich keine Chance zu flogen. Überraschender Weise kann ich den kleinen Abstand, den sich Christian immer wieder herausläuft, an Anstiegen verkürzen. Doch bis nach der Zwischenzeitmessung in Oberhof kann ich nicht richtig zu ihm aufschließen.

TwittermeldungOberhof ist eine Schlüsselstelle. Mein Kopf sagt, „he, du bist fertig, es ist noch weit, das packst du nicht!“ Meine Beine geben meinem Kopf auch noch Recht. Aussteigen? Auf Platz drei liegend? Beim Rennsteiglauf? Nur weil es weh tut? Ja spinnst du??? WEITER! Es folgt ein Anstieg ich hole etwas auf, es geht wieder runter, Christian zieht davon. Schließlich der 3 km lange Anstieg zum Großen Beerberg. Ich hole auf, überhole Christian. Das Beste ist, gemeinsame Sache zu machen. Das ist aber zu diesem Zeitpunkt des Rennens ziemlich schwierig, wenn noch nicht mal der eigene Kopf auf dich hören will. Mir ist klar, dass Christian nach dem langen Abstieg nach Schmiedefeld die besseren Karten haben wird, aber zum ersten Mal wird mir bewusst, dass ich tatsächlich eine Podestplatzierung erreichen kann. Wir haben keine Ahnung wie groß unser Vorsprung auf den Vierten sein könnte. Wir müssen einfach nur laufen. Laufen, als wäre der Teufel hinter uns her. Meine Garmin sagt mir dass ich über 10 Minuten unter meiner Zeit bin. Kurs auf sub 5:30! Das gibt es doch gar nicht!

Bei jedem Schritt muss ich aufpassen, wie ich auftrete. Wie ein Blitz fährt der Krampf in meine Wade. Ich habe eigentlich genügend getrunken, zwar habe ich nicht alles Gels genommen wie geplant und auch nur zwei Salztabletten, aber nun, 10 km vor dem Ziel habe ich kaum noch eine Chance eine eventuelle Unterversorgung wieder auszugleichen.

Es wird zur Kopfsache, sofern man das so sagen kann, wenn eigentlich alles im Körper schmerzt. Im flachen kann ich noch eine Pace von ca. 4:10 gehen. Es folgt noch ein heftiger Anstieg, das weiß ich von meinen letzten Teilnahmen. Hier musste ich bisher immer gehen. Heute komme ich im Laufschritt hoch. Ich drehe mich nach Christian um. Doch er ist weg. Ok, ich muss das Tempo beibehalten, bzw. wieder erhöhen, wenn es flach wird.

Km 69 in 5:30 am Berg, km 70 in 4:14 min. Noch 3 km! Der nächte Kilometer dauert nur 3:50, es geht bergab. Die Waden verkrampfen. „Nein, jetzt nicht!“ Die Wanderer, die ich überhole, feuern mich an, das betäubt den Schmerz. Der 73. Kilometer ist fast vollendet, wo ist das Ziel. Nach der nächsten Kuppe taucht es auf. Der Zielkanal. Menschen über Menschen! Die Zuschauer jubeln den Halbmarathonis, die immer noch unterwegs sind und den Wanderern zu. Und dem gerade einlaufenden Zweiten des Supermarathons – mir! Tatsächlich, ich schaffe es!

Meine Ziele mehr als nur eingehalten! Treppchen! Sub 5:30! Geht´s noch?

Ja ein bisschen geht´s noch, doch schon nach wenigen Minuten, wenn man kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen kann, fragt man sich wie man bis vor kurzem noch so laufen konnte.

Christian rettet eine gute Minute nach mir noch den dritten Platz knapp vor dem Franzosen Benoit Charles-Mangeon. Der Sieger Christian Seiler, der sich in einer Fabelzeit von 5:10:20 Std den Streckenrekord sicherte, ist längst verschwunden.

Foto: b-fritz.de, Christian Stork, Benoit Charles, Carsten Stegner

Meine 16 Minuten Rückstand auf ihn sind eine „Menge Holz“, doch im Vergleich zu unseren Marathonbestzeiten habe ich mich verdammt gut geschlagen.

Nach dem Obermainmarathon und dem Rennsteiglauf, scheint es, als hätte ich eine phantastische Saison vor mir. Doch jetzt gilt es unbedingt die Regeneration einzuhalten!

Ein ganz besonderer Dank gilt Denis Wischniewski vom Trail-Magazin. Er ermöglichte mir die Teilnahme am Rennsteiglauf und sorgte für die reibungslose Logistik, so dass ich mich voll auf den Lauf konzentrieren konnte. Neben vielen weiteren hochinteressanten Themen wird auch ein Bericht des Rennsteiglaufs im nächsten Trail-Magazin zu lesen sein.

Foto: (c) Norbert Wilhelmi

 

 

Mai
01

Kilometerfressen

  • Kalenderwoche 17/2012
  • 23. – 29.04.2012
  • Trainingsstunden: ca. 12,5 Std.
  • Laufen: ca. 160 km

Die letzte Woche der Rennsteigvorbereitung, in der ich nochmal richtig Kilometer machen wollte, wurde mir durch meine Dienstplanung und die extreme Temperatur am Wochenende etwas vermasselt. 20 – 30 Kilometer mehr, hätten am Ende unterm Strich stehen sollen. Dennoch konnte ich ein paar wertvolle Trainingseinheiten und tolle Erlebnisse verbuchen.

Ich startete mit einem Halbmarathon in die Woche,  dessen eingebaute Tempoanteile – ähnlich eines Fahrtspiels – am Ende für eine Durchschnittspace von 4:10 min/km sorgten. Bei diesem, wie auch allen folgenden Läufen, versuchte ich soviele Hügel wie möglich mit ins Laufprogramm aufzunehmen.

Bei meinem nächsten Vorhaben kreuzte ich auf allen möglichen Wegen den Lorenzer Reichswald. 30 Kilometer kamen so zustande, einige wenige Höhenmeter noch dazu, aber in erster Linie galt dieses Training, welches ich nur in einem Tempo von 4:40 min/km lief, dem Stoffwechsel. Ca. 6 Stunden nach meiner letzten Mahlzeit, konnte diese Einheit als Nüchternlauf angesehen werden. Grundsätzlich bin ich kein Freund dieser Trainingsform – spätestens nach 20 km wusste ich auch wieder warum – aber gerade in der letzten Zeit laß ich immerwieder von den Vorteilen eines solchen Laufs; insbesondere in der Vorbereitung auf (Ultra-)Marathons. Naja, wem’s gefällt…

Ich weiß nicht ob es an dem Nüchternlauf lag, oder der dritten Früh-, Nachtschicht-Kombintation direkt hintereinander, jedenfalls ging das Mittwochstraining derart schwerfällig, dass ich nach 14 km abbrach und lieber später noch eine Einheit Lauf-ABC einlegte.

Manchmal ist es gut, auf sein Gefühl zu hören, denn am Donnerstag ging es bei meinen 25 km Crescendo durch den Fürther Stadwald wieder ganz locker. Am Freitag war es aber nicht mein Gefühl, sondern meine Dienstpflicht, die nicht mahr als 17 km zuließ…

In der Nacht traf ich schließlich die Vorbereitungen auf meinen Longrun am Samstag. Ein freies Wochenende sollte richtig genutzt werden, deshalb plante ich über “outdooractive.com” am Computer meinen Longrun, mit ca. 50 km und möglichst vielen Höhenmeter und Ausgangpunkt Gräfenberg. In der Planung kam ich schließlich mit einer vielversprechenden Runde über einige Höhen und durch bekannte Ortschaften der Fränkischen Schweiz auf 46 km und 1.400 Höhenmeter. Am späten Vormittag, als das Thermometer bereits 27 °C zeigte, begann ich, ausgerüstet mit Gels, Salztabletten und 1,4 l Wasser, mitgeführt im Laufrucksack, meine lange Runde. Mein Forerunner 910XT, auf welchen ich die mir völlig unbekannte Strecke abspeicherte, führte mich zielsicher durch eine traumhafte Landschaft. Leider machte ich in der Planung den Fehler, als Wegpunkte lediglich die höchsten Erhebungen festzusetzen, ohne dabei darauf zu achten welche Art Weg dort hin führt. Das Wort Trail hat seit dem bei mir eine neue Bedeutung!

Doch mehr als die einigen weglosen Abschnitte machte mir die Hitze zu schaffen. Bei km 33, am Anstieg zum Walberla, versuchte ich mit den restlichen Tropfen aus der Trinkflasche und einem Gel noch einmal ein paar Kräfte zu mobilisieren. Oh Gott, bei km 33… Das heißt in zwei Wochen, 40 Kilometer vor der Ziellinie… Auf dem Rückweg nach Gräfenberg wich ich etwas von der vorgegebenen Route ab, um mir in einem kleinen Ort eine Flasche Cola zu kaufen. Ein Typ, der mit einer knallroten Birne, Rucksack und einer 1-Liter-Flasche Cola in der Hand durch die Gegend joggt, mag für manche Wanderer, die mir entgegenkamen, ein seltsamer Anblick gewesen sein. Im Nachhinein weiß ich nicht was schlimmer war, die letzten Kilometer mit den nicht enden wollenden Anstiegen oder die von Krämpfen geplagte Heimfahrt. Fakt ist: es war ein brutal schönes Erlebnis!

Am Sonntag verzichtete ich auf jegliche sportliche Betätigung – fast ohne schlechtes Gewissen…

Apr
25

ASICS GEL-DS Trainer 17

ASICS DS Trainer 17

Produktbeschreibung:

Er hat wie kein anderer die Kategorie der Leichtigkeits-Schuhe definiert und er ist unvergleichlich, wenn es um eine sehr leichte und trotzdem stabile Lösung für leistungsorientierte Läufer geht. Und das wird auch so bleiben: Denn mit den neuen ASICS-Techologien wird er den Vorsprung noch vergrößern – von der GUIDANCE-LINE bis zur neuen Fersenkonstruktion mit HEEL-CLUTCHING-System.

Mehr Infos findest du bei ASICS

Geeignet für:

Pronation, (Neutral-)Läufer

Persönliche Erfahrungen:

Einer meiner liebsten leichten Trainingsschuhe. Er ist für seine hohe Stabilität relativ leicht. Kann sogar bei dem ein oder anderen Wettkampf getragen werden. Die spezielle Konstruktion umfasst die Ferse angenehm weich, dennoch hat man das Gefühl der Stabilität.

Seinen Einsatz findet er bei mir bei nahezu jeder Trainingsform. Vom Intervalltraining über Dauerläufe bis zum Longrun. Hierbei wird er sich wie auch seine Vorgänger auf den unterschiedlichsten Terrains bewegen, denn mit der Halt- und Haftbarkeit der Sohle habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

Den Schuh gibt es natürlich bei

www.synergy-sports.de

Apr
15

Streckenrekord beim Obermainmarathon

  • 15.04.2012
  • Halbmarathon, (Landschafts-)Marathon + Nordic-Walking-Strecken
  • Die Marathonstrecke führt entlang bekannter Ausflugsziele und es werden 700 HM bewältigt
  • Streckenbeschaffenheit (Marathon), Asphalt, Forst- und Wanderwege (teils grober Kiesel)

Der Obermainmarathon führt zweifelsohne über eine der schönsten Strecken, die der deutsche Marathonkalender zu bieten hat. Bereits 4 Kilometer nach dem Start in Staffelstein führt der erste Anstieg abseits asphaltierter Straßen durch den Wald zum Kloster Banz. Ein Downhill, teils asphaltiert, teils Forstwege, bringen den Läufer zurück ins Tal nach Hausen, vorbei am Schönbrunner See nach Schönbrunn. Das Tal wird sozusagen durchquert und nach der nächsten Orstschaft, Wolfsdorf, steht die zweite “Bergwertung” an. Auf Aspahlt geht es steil vorbei an der Basilika Vierzehnheiligen und VORBEI an der Brauerei “Trunk” und der Berg findet erst nach 350 Höhenmeter ein Ende, als es auf der Höhe nach rechts weg auf den 4 km langen und welligen Schotterweg in Richtuung Staffelberg geht. Hier folgt der steilste Anstieg hoch auf das Plateu, welches umrundet werden muss. Diese 4 km läuft man wieder zurück, begegnet dem Marathontross. Anschließend ein teils, wegen größerer Steine, schwierig zu laufender Downhill nach Ützing. Auf den anschließenden relativ flachen 14 km kann wieder ein zügiges gleichmäßiges Tempo aufgenommen werden. Nach Stublang, Loffeld, Horsdorf, Eichelsee und Unterzettlitz geht es an der Bahnschiene wieder zurück nach Staffelstein. Dort drehen die Marathonis eine Ehrenrunde in Richtung der Seen und durch den Kurgarten, bevor nach einer dreiviertel Stadionrunde das Ziel vor der Adam-Riese-Halle erreicht ist.

Die Veranstaltung erfreut sich seit 2005 einer immer größer werdenden Fangemeinde, deren “Jünger” ihre Lieblingsstrecke aus folgendem Angebot wählen können: Landschaftsmarathon mit 681 HM, schneller Halbmarathon, 14 + 21 km Nordic-Walking. Um die 2.200 Sportbegeisterte fanden zur 8. Veranstaltung den Weg nach Bad Staffelstein. Mit ca. 1.300 Läufern war der Halbmarathon nicht nur quantitativ am stärksten besetzt, mit Oliver Greger und Nico Jahreis sorgten auch zwei Klasseathlethen für eine tolle Qualität. Über die anspruchsvollen 42,2 km trauten sich knapp über 400 Marathonis.

Die Veranstaltung des TSV Bad Staffelstein wurde in den vergangenen Jahren meist von der Frühlingssonne verwöhnt. In diesem Jahr öffnete Petrus leider etwas seine Schleusen und sorgte zudem noch für relativ kühle Temperaturen und teils ordentlichen Wind. Dennoch war es nicht allzu “läuferunfreundlich”, eher zuschauerunfreundlich, wenn man die Stimmung an der Strecke wertet. Glücklicherweise hatte ich einen kleinen Fanclub, bestehend aus meiner Frau, Mutter und Schwiegermutter dabei, die nicht nur mir ordentlich einheizten. :-) Für weitere Stimmung sorgte eine Samba-Band am Start und im Zielbereich im Stadion. Hier war wie eh und je eine super Stimmung, so dass eigentlich jeder über die Ziellinie getragen wurde. Auch für eine perfekte Zielverpflegung (inklusive des im Startgeld beinhalteten gefüllten Leikeim-Bierkrug) war gesorgt.

Mein Rennen:

Etwas zu spät fand ich mich in der Adam-Riese-Halle ein, um meine Startnummer abzuholen. Einen besonderen Kick gab es, als mir mitgeteilt wurde, dass der Start statt um 9 Uhr bereits um 8:45 Uhr stattfindet – ich hätte dies auch auf der Internetseite lesen können. Leider sah ich mir diese lediglich bei der Anmeldung an und da war 9 Uhr geplant…

Also gut, 30 Minuten Zeit um einmal mit dem Auto durch die Stadt zum Bahnhof zu fahren um meine Mutter abzuholen, umziehen, warmmachen. Machen wir uns nichts vor, die Zeit war eh knapp kalkuliert und ein bisschen Adrenalin kann ja nicht schaden. Ab zum Start, wo mir gerade die 1.300 Teilnehmer des Halbmarathons entgegen strömen. Einige kurze Begrüßungen mit alten Bekannten und dem Lokalmatador Uwe Bäuerlein und schon geht es los.

Meine persönliche Vorgabe war, mehr oder weniger aus dem Training startend, ca. 2:48 Std zu laufen, in Vorbereitung auf den in 4 Wochen stattfindenden Rennsteiglauf. Am Tag zuvor kontaktierte mich Uwe und fragte mich nach meinem Vorhaben. Er würde gerne, wie im Vorjahr, eine 2:45 anpeilen – eine echte Ansage auf dieser Strecke – und ich entschied dazu, die Herausforderung anzunehmen und stellte somit die Pace-Vorgabe meiner Forerunner 910XT dementsprechend auf 3:54 min/km, wobei dies bei der selektiven Strecke, wenn überhaupt, nur am Ende interessant werden könnte.

Nach dem Start schlugen wir zu viert eine Pace von knapp über 3:30 an, die sich schon auf dem zweiten Kilometer bei einer 3:40 einpendelte und anschließend wegen der Hügel noch langsamer wurde. Nach km 4 wartete der Anstieg zum Kloster Banz auf uns. Auf gut 1,5 km sind ca. 300 Höhenmeter zu bewältigen. Uwe und ich setzten uns von unseren zwei Mitstreitern ab und konnten mit etwas über 5 min im Schnitt die “Rote Marter” stürmen. Auf dem Downhill nach Schönbrunn setzte ich mich ein wenig von Uwe ab. Nicht viel, aber die Lücke musste er erstmal wieder schließen. Nach ein paar Schlücken aus der Radflasche des Führungsradlers war er wieder da. Auf dem Weg nach Wolfsdorf hätte auch ich gerne bei km 13 gerne ein Wasser von der Verpflegungsstelle genommen. Doch hier trafen wir mit den Halbmarathonläufern zusammen, welche die Getränkestation völlig blockierten. Der Führungsradler bot mir schließlich, nach einem kurzen Frustausbruch meinerseits, ebenfalls die Flasche an, welche ich gerne annahm. Mit “neuer Kraft” konnte ich gemeinsam mit Uwe den nächsten Anstieg in Richtung Vierzehnheiligen in Angriff nehmen. Uwe machte einen guten Eindruck, ich fühlte mich aber auch noch gut und obwohl ich hier gerne etwas langsamer gelaufen wäre, hielt ich dagegen. Auf der Höhe angekommen erreichten wir den Wanderweg zum “Berg der Franken”.  Auf diesem zwar welligen aber, im Vergleich zu davor, doch eher flach verlaufenden Track, nahm ich ein Tempo von unter 3:40 min/km auf, welchem Uwe nicht folgen konnte oder wollte. Ich setzte mich schließlich deutlich ab und nahm zur Halbzeit den heftigen Anstieg zum Staffelberg in Angriff. Hier lief ich nun mein Tempo.

“Zum heil´gen Veit von Staffelstein, komm ich empor gestiegen”, so heißt es in der “Hymne der Franken”, und daran hielt ich mich. “…und seh die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen”, geht der Liedtext weiter, doch dafür hatte ich keine Zeit. Entgegen meines ursprünglichen Vorhabens war eine Zeit von deutlich unter 2:48 Std nun möglich, zeigte mir doch meine 910XT einen Schnitt von um 4 min/km am höchsten Punkt der Strecke. Mein “Virtuell Partner” auf dem Display lag nur knapp vor mir – mein “reeller Partner, bzw. Gegner, deutlich hinter mir. Mit Vollgas ging es nach der Plateu-Umrundung die welligen, mit Gegenwind behafteten 4 km zurück. Der eigentliche Führungsradler hat sich zwischenzeitlich lautlos verabschiedet, klar er hatte ja schließlich auch die Verpflegung des Lokalmatadoren “an Bord”. Ein “Ersatz-Führungsradler” stieß auf den nächsten Kilometern zu mir um mir den Weg nach Bad Staffelstein zu zeigen. Glücklicher Weise kannte ich den Weg schon von meinem Training vor einer Woche, so dass ich nicht wesentlich abgelenkt war, als der Radfahrer in Ützing nach der Verpflegungsstation, an welcher er sich mit Wasser bediente, nicht nach rechts abbog, sondern anhielt um seinen Durst zu stillen. An den Verpflegungsstationen hatte ich an diesem Tag echt kein Glück, mit Ausnahme in Unterzettlitz wo mir sogar persönlich Wasser gereicht wurde.  Nachdem der Biker seinen eigenen Durst gestillt hatte und ich ihm gefrustet mitteilte, dass ich auch gerne etwas Wasser gehabt hätte, war er so freundlich, fuhr zurück und brachte auch mir einen Becher mit Wasser.

Das letzte Drittel lief, dank der vielen Anfeuerungsrufe meines “Fanclubs” der parallel der Strecke auf der Straße fuhr und meinen Emotionen ob des eingelegten Tempos, fast spielend. Die Durchschnittspace sank und mittlerweile hatte ich nicht nur zu Uwe, sondern auch zum “Virtuell-Partner” meiner Garmin einen ordentlichen Vorsprung.

Die Gewissheit über den ausreichenden Vorsprung sorgte auf den letzten Kilometern Richtung Staffelstein dafür, dass ich im kräftig blasenden Gegenwind nicht genug Tempo machte um eine nie vorstellbare Zeit von 2:40 am Ende sogar noch zu knacken. Überglücklich und freudestrahlend lief ich schließlich nach 2:40:22 Std ins Ziel. Ich wusste zwar, dass ich im Allgemeinen gut vorbereitet war, doch dass ich dies am heutigen Tag umsetzen konnte war für mich äußerst überraschend, da ich mich nach Früh-/Nachtdienstkombinationen, wenig Schlaf, Training und dem üblichen Alltagsstress nicht optimal vorbereitet fühlte. Überraschend war es sicher auch für die Zuschauer, denn bis kurz vor meiner Zielankunft, wurde Uwe als Gesamtführender angekündigt – mit dem Beisatz “wir sind gespannt, wie lange Carsten Stegner mithalten konnte.”  Neben dem Gesamtsieg sicherte ich mir sogar noch den Streckenrekord und einen Vorsprung von über 4 1/2 Minuten auf den Zweiten.

Zieleinlauf mit Streckenrekord

Die zügig durchgeführte Siegerehrung hatte für mich leider noch einen kleinen faden Beigeschmack. Sicher suche ich mir meine Wettkämpfe nicht nach Siegwahrscheinlichkeit oder nach Preisgeldern aus, wenn aber ein Preisgeld für den Gesamtsieger des Marathons  ausgeschrieben ist, sehe ich es als selbstverstänldich an, dieses nach getaner Leistung auch in Empfang zu nehmen. Der Vereinsvorstand Karl-Heinz Drossel entschied sich jeoch kurzfristig auf eine Reduzierung um ein Drittel. Auf  Nachfrage war die Reduzierung des Preisgelds aufgrund der geringere Beteiligung des Sponsors Eon nötig. Ich möchte nochmal festhalten: Ich laufe weil es mir Spaß macht, nicht weil man einen “Notgroschen” verdienen könnte und da ich die spontane und kommentarlose Reduzierung  des Preisgeldes als “unsportlich” angehesehen habe, habe ich – mit Erfolg – auf die volle Siegprämie bestanden. Von mir auf den Streckenrekord angesprochen, teilte mir der Veranstalter mit, dass eine extra Würdigung für diesen nicht vorgesehen sei.

Homepage des Veranstalters

Ergebnisse

Bericht auf TV Oberfranken

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