Zwei Wettkämpfe und neue Erkenntnisse
4. Juli 2010
Schon wieder Zwangspause
11. Juli 2010
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  • Veste-Lauf Coburg
  • 04.07.2010
  • 10 km + Schülerläufe
  • Asphalt und Schotter
  • schwere Steigungen

Schon längst wollte ich mal wieder am Veste-Lauf in Coburg teilnehmen. Bei der 30. Auflage des beliebten Laufes rund um die Veste Coburg war es dann soweit. Mit dem 5000er am Dienstag, einem Tempotraining mit 4 x 1000m am Donnerstag und nur einem extensiven Lauf sollte ich gut vorbereitet und ausgeruht sein mit der starken Konkurrenz einigermaßen mithalten zu können. Eine sechsfach-Impfung die ich mir am Freitag verabreichen ließ, brachten jedoch am Samstag erste Zweifel, da ich mich alles andere als fit fühlte. Doch dies rechnete ich eher den extremen Temperaturen und meiner geleisteten Nachtschicht zu.

Was die Temperaturen anging, so meinte es der Wettergott am Wettkampfmorgen gut mit uns Läufern. Ein kleiner Regenschauer nahm zunächst die Schwüle aus der Luft und der bedeckte Himmel ließ die Temperaturen nicht so stark ansteigen wie in den letzten Tagen. Das Startgelände des TV 48 Coburg in der Rosenauer Straße füllte sich schnell, bereits in den letzten Tagen zeichnete sich ein Teilnehmerrekord ab. Der Sprecher erhöhte die Spannung mit der Ankündigung der Topfavoriten. Bei den Damen stand die erst 16jährige Lisa Staudt vom Team Stadtmarathon Würzburg, die schon seit letztem Jahr für Furore sorgt, als sie mit 15 Jahren den Halbmarathon in Fürth gewann, am Start des Hauptlaufes. Diesmal in deren Schatten, die Lokalmatadorin Anke Härtel, als Seriensiegerin der letzten Jahre. Bei den Herren zeigte sich ein ähnliches Bild. Hier stand von Anfang an der Coburger Markus Koch als Dominator fest. Dahinter jedoch ein enges Feld um den mehrmaligen Gewinner des Veste-Laufs, Stephan Bayer, um nur einen der „Stockerl-Anwärter“ zu nennen.

Vom Start weg wurde gleich ordentlich Tempo gemacht. Markus Koch führte schon nach 100 Metern, als wir auf die Rosenauer Straße einbogen, das Feld an. Nach nicht einmal 1000 Metern als wir den Berg hinauf zur Veste Coburg in Angriff nahmen, hatte sich Markus mit zwei Mitstreitern abgesetzt, ihnen folgte eine ca. 10-köpfige Gruppe mit u. a. Stephan Bayer und Oliver Weingarth. Ich konnte mich zunächst noch ein wenig in der Gruppe, in der die Läufer des TV 48 Coburg und des SV Bergdorf-Höhn dominierten, halten, musste aber kurz daruf abreisen lassen und fiel gemeinsam mit Alex Schwarzkopf und Jens Fleichhauer etwas zurück. In der Mitte des ca. 2 km langen Anstieges versuchte hingegen ich mich von den beiden abzusetzen, was mich im Nachhinein betrachtet mehr schädigte als dass es mir half. Nach drei Kilometern als es am Flugplatz flacher wurde musste ich meinen übersäuerten Muskeln eine Verschnaufpause gönnen und die beiden mit dem Thüringer Oliver Koch im Schlepptau zogen an mir vorbei. Glücklicherweise ging es nach einem weiteren Kilometer als die Strecke auf Schotterwegen weiterführte bergab und ich konnte wieder an die Gruppe anschließen. Nicht nur wegen des einsetzenden Wolkenbruchs fiel mir das Laufen unheimlich schwer. Mein Körper hatte scheinbar immernoch alle Hände voll zu tun, Antikörper herzustellen…

Dieses Wechselspiel setzte sich nun so fort. An leichten Anstiegen konnte ich meist dem Tempo der kleinen Gruppe nicht folgen und im Gefälle ließ ich es einfach laufen und konnte wieder einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Allerdings lief die Gruppe nicht sehr homogen, jeder war zu dieser Zeit des Rennens eher darauf bedacht für sich das Beste zu erreichen, als dass man gemeinsame Sache macht und zwei vor uns liegende Läufer, denen wir uns langsam annäherten, ins Visier zu nehmen und so auf den verbleibenen ca. 3 km noch zu überholen.

Oliver setzte sich nun deutlich von der Gruppe ab und ich versuchte zunächst, da es mal wieder leicht bergab ging an ihm dranzubleiben. Doch schon der nächste Anstieg ließ diesen Versuch scheitern und ich konnte nur zusehen wie er sich Schritt für Schritt den Vorauslaufenden näherte. Ich musste mich wiederum der Angriffe von Alex und Jens erwehren. Meine Chance auf den letzten zwei Kilometern sah ich nur noch im letzten allerdings sehr kurzen Gefälle, ca. 800 Meter vorm Ziel. Bisher konnte keiner der Beiden das Tempo im Bergablaufen mitgehen. Auf Alex, der sich mittlerweile schon wieder ein paar Meter vor mir befand lief ich auf und konnte ihn im besagten Gefälle überholen. Von nun an versuchte ich zu pushen was ging und näherte mich sogar noch dem Höhner Domenik Wöhner gefährlich nahe. Der bekam jedoch ca. 300 Meter vorm Ziel seine zweite Luft und meine Motivation, die mir schon seit einigen Kilometern zu schaffen machte, steigerte sich dadurch auch nicht mehr. So bog ich dann auch in das Zielgelände des TV 48 Coburg ein. Begleitet von allgemeinen Anfeuerungsrufen der vielen Zuschauer. Diese galten dann wohl doch eher dem Einheimischen Alex Schwarzkopf der sich kurz vorm Zieltrichter überraschend mit vollem Körpereinsatz an mir vorbeikämpfte um sich so noch den neunten Gesamtrang zu sichern. Auf Rang zehn erreichte ich mein vorgenommenes Minimalziel, welches zu erreichen ich mir bei weitem nicht so schwer vorgestellt habe.

Nur 1:08 Minuten hinter mir durchlief Lisa Staudt, in einer Zeit die schon seit Jahren nicht mehr erreicht wurde, das Ziel und unterstrich damit ihre ausgezeichnete Form. Tagesschnellster war wie zu erwarten Markus Koch mit einer guten Minute Vorsprung vorm Überraschungszweiten Oliver Weingarth.

Die Siegerehrung fand schließlich wieder bei sommerlich heißen Temperaturen statt. Doch vor allem für sämtliche Alterklassensieger lohnte sich das Warten und Schwitzen. Der Preis für ihre Leistung war ein „Überlebenspaket“ mit guten Tropfen zum Anstoßen auf den Sieg und einigen anderen Köstlichkeiten.

Leider hatte ich neben meiner eigenen Leistung schließlich noch ein weiteres negatives Erlebnis: Bei der Ehrung für den Alterklassenzweiten wurde ich mit Carsten StegUer vom Team CHOOZ – vom Sprecher ausgesprochen „Kotz“- aufgerufen, statt Team CHOOZA (für den Sprecher: ausgeschprochen „Tschuhsa“). Bei meiner Nachmeldung wurde dies zwar noch richtig geschrieben, doch beim Übertrag ins System geschah dann wohl dieser Fehler. Das kann ja passieren, aber was mich ärgert ist die Tatsache, dass ein Lauf der unter die 10 besten Läufe Deutschlands gewählt wurde und nun auf eine vierstellige Teilnehmerzahl hofft, es wohl nicht mehr nötig hat, sich um die kleinen Anliegen eines Einzelnen zu kümmern. Denn als ich freundlich darum bat, dies in der offiziellen Ergebnisliste zu ändern, bekam ich lediglich als Antwort, dass ich meine Daten bereits bei der Anmeldung hätte abgleichen müssen… Immerhin wurde mein Name mittlerweile geändert. Danke

Zur Homepage des Vestelaufs vom TV 1848 Coburg hier…


Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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