Tapering und Marathon
31. Oktober 2010
Waldlauf Büchenbach
13. November 2010
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  • Flacher Rundkurs mit sehr wenig Kopfsteinpflaster
  • Ca. 12.000 Teilnehmer am Marathon + Staffelläufe u. ä.

Der Frankfurtmarathon in seiner 29. Auflage fand bei besten äußerlichen Bedingungen am letzten Oktobertag statt. 14° C, sonnig und nahezu windstill – das hätte auch ganz anders sein können. Unter diesen Bedingungen stand dem angekündigten Streckenrekord nichts im Wege. Aus der großen Gruppe afrikanischer Spitzenläufer war es letztendlich der Kenianer Wilson Kipsang der sich durchsetzen konnte und mit 2:04:57 für einen persönlichen sowie dem Streckenrekord sorgte und mit dieser zehntschnellsten je gelaufenen Zeit, den Frankfurt-Marathon zu einem der 4 schnellsten Marathons weltweit machte. Frankfurt war an diesem Tag fest in kenianischer Hand, denn auch bei den Frauen siegte eine Kenianerin. Caroline Kilel brauchte 2:23:25 Std. für die 42,195 km, so schnell wie noch keine Frau in diesem Jahr in Deutschland – und auch weltweit waren nur neun in diesem Jahr schneller.

Bester deutscher Teilnehmer war Falk Cierpinski der von Seitenstechen geplagt nach 2:20:42 auf Rang 31 in die Frankfurter Festhalle einlief. Bei den Damen auf Rang zwölf und somit beste deutsche Läuferin war Silke Optekamp in persönlicher Bestzeit von 2:39:56 Std.

Ein weiterer Rekord war die Anzahl der Teilnehmer: 12.475 Marathonis machten sich auf den Weg, zählt man die Rahmenwettbewerbe hinzu kommt man gar auf 22.165 Läufer, die von den rund 350.000 Zuschauern angefeuert werden konnten.

Mein Rennen war zwar am Ende auch von einem persönlichen Rekord gekrönt, aber bei der Umsetzung alles andere als meisterlich. Wie ich in meinem Trainingsbericht der letzten Woche schon schrieb, ging ich nicht mit den besten Vorraussetzungen an den Start. Dennoch fühlte ich mich gut genug um nicht nur mein Minimalziel, eine sub 2:35 anzugehen, sondern wollte schon von Beginn an einen Grundstein legen, eine Zeit von max. 2:33 Std. zu laufen. Doch alles was von nun an schief ging habe ich mir letztendlich selbst zuzuschreiben. Angefangen mit meinem bescheidenen Startplatz, der zwar „nur“ 17 Sekunden zwischen Brutto- und Nettozeit ausmachte, aber dennoch dafür sorgte, dass ungefähr 300 deutlich langsamere Teilnehmer den ersten Kilometer zu einem Zickzackkurs mit vielen „Stolperern“ für mich werden lies. Nach erst 3:48 min. hatte ich diesen beendet und konnte mich von nun an auf die Suche nach einer geeigneten Gruppe machen. So entschied ich mich zunächst in der Gruppe um die Niederländerin Anne-Mette Aagaard mit ihren Pacemakern mitzulaufen. Nach bereits 5 Kilometern merkte ich, dass das Tempo für mein angestrebtes Ziel zu langsam war und setzte mich ab. Zwar waren eine Menge Läufer um mich herum aber die Zielzeitvorstellung dieser waren doch extrem unterschiedlich. Bis kurz nach km 12 versuchte ich mit zwei Dänen zu harmonisieren. Dieser Versuch war leider nur einseitig, so nutzten die Beiden zwar hin und wieder meinen Windschatten aber sobald ich mich hinter ihnen befand, nahmen sie mich entweder in die Zange, kreuzten meinen Weg oder sorgten auf andere Art und Weise für einen extrem unrunden Lauf. Also setzte ich mich, da ich mich durchaus gut fühlte von ihnen ab und beschleunigte. Meinen 5-km-Split verbesserte ich von 18:00 über 18:03 auf 17:51 bis km 15 und 17:49 bei km 20. Den Halbmarathon durchlief ich nach 1:15:34 in exakt meiner „geliebäugelten“ Zeit. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber schon 9 km alleine unterwegs und die starke Gruppe auf die ich auflaufen wollte war noch ca. 150 Meter vor mir. Zwar fielen immer wieder Läufer aus dieser Gruppe ab, doch konnte keiner mein Tempo mitgehen um gemeinsam Anschluss zu finden. Beim Überschreiten der Brücke nach Höchst merkte ich, dass meine zweite Hälfte in keinem Fall schneller als der erste Turn sein würde. Ich kämpfte um jeden Meter der mich näher an die immer kleiner werdende Gruppe brachte, in der Hoffnung, in deren Gesellschaft neue Kraft schöpfen zu können. Doch mit Vollendung des 30. Kilometers auf der schier endlosen Mainzer Landstraße war mein 5-km-Split mit 18:16 min schon deutlich über meinem Vorhaben und es wurde schwerer. Zu diesem Zeitpunkt wurde es zur absoluten Kopfsache, der Laufstil war alles andere als locker und ich wusste, dass die verbleibenden 45 Minuten, sollte ich dies überhaupt schaffen, zur Höllenqual werden würden. Von nun an rechnete ich mit jedem Kilometer wie weit ich mich von meinem Ziel entferne. Bis Kilometer 35 brauchte ich gar 18:50 min. Hier fand ich zu allen Übel meine Eigenverpflegung nicht und musste mich mit normalen Wasser zufrieden geben. Wenn es schon mal beschissen läuft, dann aber gleich richtig… Die nächsten 5 Kilometer bewältigte ich dann fast nur noch im Joggingtempo mit einem 3:53er Schnitt (19:22 min). Von da an schaute ich auch nicht mehr auf die Uhr und wollte einfach nur noch die restlichen 2,2 km, fünfeinhalb Stadionrunden sagte ich mir, rumbringen. Hätte ich nur mal auf die Uhr geschaut, vielleicht hätte ich noch ein paar Kräfte mobilisieren können als die Zeit in Richtung 2:34 Std. tickte. So lief ich nach 2:34:01 Std. in einer traumhaften Atmosphäre, die ich leider viel zu wenig genoss, in die Frankfurter Festhalle ein.

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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