Trainingslager I/2011
27. März 2011
Woche zum Abhaken
3. April 2011
Show all

Zwar bin weder ich, noch meine Laufleistung börsennotiert, dennoch steht an dieser Stelle ein Quartalsbericht, in dem ich die ersten drei Monate des Jahres 2011 Revue passieren lasse.

Betrachte ich analytisch die nackten Zahlen so würde ich eindeutig auf einen stark wachsenden Kurs setzen, denn im Laufe der knapp 13 Wochen stiegen nicht nur die zurückgelegten Trainingskilometer, sondern auch die Geschwindigkeit der Tempoläufe. Schaue ich jedoch hinter die Kulisse, dann bin ich mir im Moment nicht so ganz sicher, ob man die fiktive Aktie „Marathoni Stegner“ bedenkenlos empfehlen könnte. Denn in den letzten Tagen des zu Ende gegangenen Monats, hatte ich plötzlich mit einer Blockade des ISG zu kämpfen.

Mit dem ersten Tag des Jahres begann für mich eine leichte Trainingsumstellung. Ich nahm mir vor, nach Möglichkeit jeden Tag eine Laufeinheit zu absolvieren, was mir in der Vergangenheit nur selten gelang. Um dies zu erreichen war es notwendig weniger mit der Brechstange und mehr nach Gefühl zu trainieren.

Zwar musste ich am zweiten Tag des Jahres schon meinen Vorsatz bezüglich eines täglichen Lauftrainings brechen, konnte dies aber mit meinem anderen Vorsatz „nach Gefühl“ begründen. Dieser Ruhetag sollte tatsächlich die Ausnahme bleiben. Zwar musste ich mich kurzfristig gegen die Teilnahme am Dinkelsbühler Stadtlauf entscheiden, da sich ein kleiner Infekt spürbar machte, aber leichtes Training war dennoch möglich. Selbst drei Tage Skifahren schreckten mich nicht ab, im eigentlich „unlaufbaren“ Skigebiet einige Laufkilometer abzuspulen. Bis zum 25. Januar konnte ich trotz widrigster Wetter- und Bodenbeschaffenheiten im Durchschnitt mehr als 100 km/Woche laufen. Dank guter Trailschuhe gelangen mir auch auf schneeglatten Wegen eine Pace von unter 3:40 min/km bei 4 km Wiederholungsläufen, aber es gab auch Einheiten in denen ich nicht vom Fleck kam – weil entweder der Körper nicht wollte oder der viele Schnee es nicht zuließ. Die letzte Woche im Januar, sowie die erste Februarwoche musste ich leider das Bett hüten. Eine heftige Bronchitis brachte mich selbst auf den kurzen Wegen in der Wohnung an meine Leistungsgrenze. Ganz dezent begann ich in der sechsten Kalenderwoche wieder mit einem Lauftraining.

Wegen der Krankheitspause blieb ich bis zum Wiedereinstieg gut 200 km hinter meinem Plan und konnte im Januar nicht ganz die 400 km Marke erreichen. Auch im Februar sollten es nur wenige Kilometer über dieser Marke sein.

Auch wenn mir nur zwei Wochen blieben, in denen ich zunächst nur verhalten trainieren konnte, wollte ich nicht schon wieder auf einen Wettkampf verzichten. Am 20. Februar stand ich schließlich am Start des Faschingslaufes im Münchner Olympiapark. Die letzten Einheiten konnten immerhin auf schneefreiem Untergrund absolviert werden und kurze Tempoeinheiten gingen wieder unter 3:20 min/km. Die 10 km bewältigte ich nach relativ gemächlichen Start in 33:58 min auf welligem Terrain, damit war ich doch recht zufrieden. Meinen ersten Tempodauerlauf über sieben + sechs Kilometer zum Monatsabschluss konnte ich in knapp über 3:30 min/km laufen.

Die endlich aus ihrem Versteck kommende Sonne, motivierte zu neuen Höchstleistungen. Jeweils über 140 Kilometer pro Woche und ordentliche Tempoläufe, so endete der Februar und begann der März. Den zweiten Wettkampf, wieder ein 10er beendete ich in der exakt gleichen Zeit wie drei Wochen zuvor, allerdings viel lockerer, sieht man von dem letzten Kilometer mit seinem Anstieg ab.

Noch einmal drehte ich ein wenig an der Temposchraube und lief die 2000 m Tempoläufe in dem Tempo, in dem ich vor wenigen Wochen gerade noch die 1000er geschafft habe und auch die Wochenkilometer erhöhte ich auf über 150.

Mit einem fünftägigen Trainingslager in der Südpfalz und dem anschließenden Wettkampfabschluss (15 km in Erlangen) fand das erste Quartal 2011 seinen Höhepunkt. Insgesamt 185 km in dieser Woche mit vier Tempoeinheiten, darunter ein 16 km Tempodauerlauf zwei Tage vor dem Wettkampf und dem anschließenden Gesamtsieg in Erlangen, das ist kaum zu Toppen.

Ich hoffe, die Blockade meines ISG findet ein schnelles Ende, um auch im zweiten Quartal eine steigende Formkurve vermelden zu können.

Daten und Fakten:

Lauf-Kilometer:            1451 (Januar 392, Februar 416, März 643)

Trainingsdauer:            111:40 Std (inkl. Athletik, Lauf-ABC etc.)

km-Schnitt:                     4:35 min/km (inkl. Lauf-ABC, Trabpausen, etc.)

Trainingstage:                75  (von insgesamt 90 – 14 Tage Krank, 1 Tag Ruhe)

Trainingseinheiten:      91

Energie:                            ca. 105.000 kcal

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.