langsamer, höher, weiter
26. Juni 2011
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4. Juli 2011
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Während sich meine Form in den ersten drei Monaten des Jahres kontinuierlich positiv entwickelte, zeichnete sich in den letzten Tagen des März‘ eine Verletzung ab, die mich noch lange begleiten sollte. Ausgerechnet zu einer Zeit, in der ich mich in der unmittelbaren Marathonvorbereitung befand.

Eine Blockade des ISG machte mir seit Ende März Probleme. In der Hoffnung, dass die Schmerzen, die ich bei jedem Schritt verspürte, verschwinden legte ich zwei Ruhetage ein. Schließlich stand für mich die erste bayerische Meisterschaft seit 17 Jahren an – 10 km Straße in Burgebrach.
Mein erstes Debakel 2011! Zwar hielten sich die Schmerzen in Grenzen, aber das ungewöhnlich warme Wetter und eine völlig indiskutable Form zwangen mich schon nach knapp 2 km von der geplanten Pace Abstand zu halten und ich finishte im Trainingstempo von knapp über 35 Minuten.

Weitere drei Tage später stand mein Trainingsurlaub auf Fuerteventura an. Nur unter Schnerzen konnte ich in der ersten Woche 140 km laufen, Tempoeinheiten musste ich abbrechen. In der zweiten Woche war an Laufen gar nicht zu denken. Zum Glück bietet das Playitas Sportresort ein erstklassiges Fitnesscenter an, in dem ich immerhin Kraftraining machen und auf dem Ergometer für den Erhalt meiner Ausdauerleistung sorgen konnte.

Die Schmerzen im Bereich des ISG hielten auch nach dem Trainingslager an, verschlimmerten sich sogar, indem der Schmerz bis in den rechten Fuß ausstrahlte. Nahezu tägliche Besuche beim Physiotherapeuten linderten den Schmerz bin Anfang Mai ein wenig. Statt der erhofften 600 – 700 Laufkilometer im April brachte ich es nur auf 390.
Immerhin bekam ich die Schmerzen soweit in Griff, dass der Teilnahme am Prag-Marathon nichts im Wege stand. Der Marathon sollte meine Generalprobe für den zwei Wochen später stattfinden Hamburg-Marathon sein. Eine Teilnahme an beiden war für mich wichtig, da in Prag die Weltmeisterschaft der Polizei stattfand und eine Teilnahme hierbei etwas einmaliges sein dürfte. In Hamburg hatte ich mindestens eine Bronzemedaille zu verteidigen, hier fanden neben den offenen auch die deutschen Polizeimeisterschaften an.

Der Wettkampf in Prag lief völlig nach Plan. Nach einem extrem ruhigen Halbmarathon in 1:22:30 Std forcierte ich sukzessive mein Tempo und finishte verhältnismäßig locker in 2:42 Std.

Mit einer Mischung aus regenerativen Läufen und ein paar Tempoläufen hoffte ich, die richtige Mischung gefunden zu haben, um die Spannung für Hamburg zu halten, aber mich auch nicht zu überlasten.

In Hamburg erlebte ich schließlich mein zweites Debakel. Wieder war die Temperatur deutlich zu hoch. Doch wie schon in Burgebrach kann dies nicht der einzige Grund gewesen sein, zumal ich auf Fuerteventura schon bei deutlich höheren Temperaturen gelaufen bin. Schon auf den ersten 15 km merkte ich, dass ich meine geplante Pace von 3:36 min/km nicht laufen kann. Ab km 30 von Krämpfen geplagt, schleppte ich mich ins Ziel und war fernab von meinem Vorhaben um 2:33 Std zu laufen. Nach 2:45 stolperte ich ins Ziel und wurde für meine Kampfesleistung mit der Goldmedaille in der Mannschaftswertung belohnt.

Es folgten einige regenerative Laufeinheiten, die zwar sehr schwerfällig aber nach und nach mit immer weniger schmerzhaft waren. Anfang Juni schien ich mein Problem mit dem ISG endlich überwunden zu haben und ich genoss  einige schmerzfreie Trainingseinheiten.
Bei einem alt bekannten Tempowechseltraining über 17×400 m und 200 m Temporeduktion gelang mir sogar eine persönliche Bestzeit. Mit diesem guten Gefühl leutete ich die zweite Saisonhälfte ein.

Lediglich einen Wettkampf bestritt ich noch bis zum Ende des ersten Halbjahres. Beim Neusser Sommernachtslauf hoffte ich, eine persönliche Bestleistung über 10 km abliefern zu können. Doch die Strecke gibt das leider nicht her. Viel zu winkelig und nach 2 km standen am laufenden Band Überrundungen an.

Ende Juni lief ich zum ersten Mal in dem Jahr wunderschöne 35 km in den Bergen. Auf einem Teilabschnitt des erstmnals ausgetragenen Zugspitz Ultratrail (101 km) war ich zwischen Ehr wald und Leutasch, wie vom Transalpine-Run gewohnt, Vorläufer. Drch die fehlende Vorbereitung handelte ich mir einen ordentlichen Muskelkater ein, doch der war es wert…

Daten und Fakten:

Lauf-Kilometer:            1266 (April 389, Mai 377, Juni 500)

Trainingsdauer:            115 Std (inkl. Athletik, Lauf-ABC etc.)

km-Schnitt:                     4:34 min/km (inkl. Lauf-ABC, Trabpausen, etc.)

Trainingstage:                85  (von insgesamt 91 – 4 Tage Verletzungspause, 2 Tage Ruhe)

Trainingseinheiten:      99

Energie:                            ca. 95.000 kcal

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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