ernüchternde Jahresbilanz

… und immer wieder, auf und nieder …
15. Dezember 2011
Thermen-Marathon Bad Füssing
5. Februar 2012
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Genau bis zum Ende des ersten Quartals verlief mein Training und meine Wettkämpfe nahezu optimal. Beispielhaft ist hier zu nennen, dass ich in diesen drei Monaten ungefähr die gleiche Anzahl von Trainingseinheiten hatte wie im kompletten zweiten Halbjahr. Verletzungen und eine lange Krankheitspause waren Schuld an diesem Durcheinander. Ich muss mir aber auch an die eigene Nase fassen, was die Ausfallzeiten und die teils schlechte Form angeht. Zu oft habe ich es im Laufe des Jahres mit der Brechstange versucht und die Signale des Körpers überhört. Nun, wer nicht hören will, muss fühlen – und so hoffe ich, dass ich aus den Fehlern gelernt habe und 2012 nach meinem Reset ordentlich durchstarten kann.

Daten und Fakten:

In der folgenden Tabelle sind nur Laufeinheiten berücksichtigt.
Als Crosstraing fuhr ich ca. 600 km Mountainbike, verbrachte ca. 40 Std auf verschiedenen Ergometern, begab mich sogar (lediglich im Urlaub) ins kühle Nass und verbrachte einige (aber viel zu wenige) Stunden mit Athletiktraining und Stretching.

Bei den Gesamtkilometern ist auch die jeweilige Vor- und Nachbereitung bei Tempotraining bzw. Wettkämpfen beinhaltet. Dies und die ca. 600 km Traillauf wirken sich in der Statistik erheblich auf die Pace aus.

Nun soll es aber nicht so klingen, als wenn das ganze Jahr „völlig für die Katz´“ war. Ganz im Gegenteil, in Erinnerung bleiben mir viele, viele Stunden voller Freude, Emotionen, Begeisterung und auch der ein oder andere kleine Erfolg war dabei.

In den ersten Wochen des Jahres konnte ich aus dem Training heraus bei 10-km-Läufen 33er Zeiten laufen und bis Anfang April gelang mir eine Top Vorbereitung auf die anstehenden Marathons. Nach einer intensiven Trainingswoche mit 180 km konnte ich sogar die 15 km beim Winterwaldlauf in Erlangen gewinnen.

Beim anschließenden Trainingslager auf Fuerteventura konnte ich zwar verletzungsbedingt mein Training nicht wie geplant durchführen, dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – genoss ich gemeinsam mit Nicole die Zeit und erlebte die wenigen Trainingseinheiten die ich durchführen konnte, unter der kanarischen Sonne, umso intensiver.

Im Mai nahm ich bei der Polizei-Weltmeisterschaft im Marathon in Prag teil. Da ich hier völlig ohne Druck an den Start ging, konnte ich diese beeindruckende Stadt, die Atmosphäre rund um den Marathon und die Einzigartigkeit einer WM richtig in mich aufsaugen. Überraschend locker finishte ich schließlich den Marathon in 2:42 Stunden. Hätte ich gewusst welches Debakel mich zwei Wochen später in Hamburg ereilen würde, wäre ich vielleicht besser beraten gewesen, in Prag meine ganze Leistung abzurufen. Doch dann wäre das Erlebte sicher nicht so tief eingbrannt.

Obwohl es sportlich gesehen nun steil bergab ging, hatte ich im Juni ein wunderschönes Wochenende gemeinsam mit den ASICS-Frontrunner in Neuss. Auch das schlechte Wetter rund um den Sommernachtslauf tat der Stimmung keinen Abbruch und so freute ich mich über viele neue Bekanntschaften, die mich, nicht nur sportlich, sehr bereichert haben. Running connects!

Eine Woche später war ich schon wieder in läuferischer Mission unterwegs. Anlässlich des Zugspitz-Ultratrail war ich für die Markierung eines traumhaft schönen 35-km-Abschnitts zwischen Ehrwald und Leutasch unterwegs. Nach weiteren 15 km rund um den pittoresken Eibsee hatte ich ein Überdosis Natur in mir – oder waren es einfach nur verdammt schwere Beine?

Meine Form entsprach zwar immernoch nicht meinem erwünschten Level, aber bis zu meinem Ziel, dem Frankfurt-Marathon war es ja noch etwas hin. Im Juli stand statt Tempo bolzen ein weiteres Mal die Faszination Berge auf dem Plan. In vier Etappen von Garmisch nach Samnaun. 160 km durch die schönsten Landschaften und auf den spannendsten Trails, die ein Läuferherz begehren kann. Wie widersinnig wäre es, sich bei einer Strecke von 45 km und über 3.000 Höhenmeter, Gedanken um eine Pace von 3:35 min/km in den Häuserschluchten einer Großstadt zu machen???

August. Form: Nullpunkt. Ein Krankheit hat mich ausgeknockt. Ich erhole mich mit Nicole in einem Traumhotel auf Kos. Sport? Nur ganz wenig, nach Lust und Laune. Ich habe mal wieder das Schwimmen für mich entdeckt – doch alles ohne Zwang! Ob das bei mir geht, fragten mich manche. Ja, klar! Denn mein Ziel, eine neue Bestzeit in Frankfurt, habe ich ad acta gelegt.

Im September kann ich wieder locker mit dem Laufen beginnen. Und so geht es gleich mal locker in 8 Etappen von Oberstdorf nach Latsch über die Alpen. Auch wenn am Anfang die Beine schmerzen, es ist die Leidenschaft, die mich über die Jochs, Scharten und Gipfel trägt. Am Ende der 270 km und 15.000 Höhenmeter bin ich zwar etwas müde, aber ich habe unbeschreiblich viel erlebt und meine Fitness wieder in die richtige Richtung gebracht.

Zwei Highlights sollten noch kommen. Im Okotber lief ich kurzentschlossen die Tour de Tirol, nachdem ich mir gemeinsam mit meinem Mitstreiter Michael bei einem tollen Bergtraining, rund um den Spitzingsee, den letzten Schliff geholt habe. Obwohl mich die Königsetappe, der Kaisermarathon am Samstag, aufgrund extremster Witterung, über meine Belastungsgrenze hinaus brachte, konnte ich mit einem beherzt gelaufenen Halbmarathon zum Abschluss, die nicht mehr für möglich gehaltenen Top Ten erreichen. Wie geplant trat ich schließlich am Ende des Monats die Fahrt nach Frankfurt an. Jedoch nicht um den Marathon zu laufen, sondern um gemeinsam mit den ASICS-Frontrunner den Jahresabschluss zu feiern. Natürlich kam das Laufen nicht zu kurz, denn als Teil einer Frontrunner-Staffel lief ich die Kilometer 19 – 29 und konnte gemeinsam mit Dietmar Bier, Johannes Weingärtner und Daniel Naumann den Staffelmarathon gewinnen.

Zuletzt schien ich meine Form wieder gefunden zu haben. Zwar fehlt mir noch einiges an Tempo, aber auch das geht für diese Jahreszeit in Ordnung. Meine langen Läufe die ich auf 40 km ausdehnte konnte ich wöchentlich relativ locker um 4:15 min/km laufen – praktisch ein wöchentlicher Marathon unter 3 Stunden. Wäre mir bei einem Training im Dezember nicht noch ein Hund in die Quere gekommen, hätte es ein toller Jahresabschluss werden können…

2011 ist Geschichte und ich freue mich auch neue Geschichten 2012. Die Ziele sind definiert, ein paar Wettkämpfe und Events ins Auge gefasst. Auch 2012 bin ich wieder ein Teil der ASICS-Frontrunner und werde in diesem Rahmen bei einigen Veranstaltungen im Kreise eines tollen Teams mitwirken. Schon bald, Anfang März geht es zum Antalya Marathon und im Mai möchte ich unbedingt wieder einmal beim Supermarathon des Rennsteiglauf mit von der Partie sein. Natürlich kommen auch die Trails nicht zu kurz, Zugspitz-Ultratrail, 4-Trails und Transalpine-Run gehören ins Repertoire. Ob ich mich zum Saisonausklang an eine Bestzeit im Citymarathon wage oder beim Ultra oder in den Bergen bleibe steht noch in den Sternen.

Ich wünsche allen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

Keep on running, Euer Carsten

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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