Thermen-Marathon Bad Füssing

ernüchternde Jahresbilanz
2. Januar 2012
ASICS GEL-DS Racer 9
3. März 2012
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(c) Norbert Wilhelmi

  • 05.02.2012
  • 10, 21,1 km & Marathon
  • vermessene, flache, asphaltierte Strecke

Der Bad Füssinger Thermenmarathon ist für sehr viele Athleten aller Leistungsklassen der erste wichtige Wettkampf des Jahres zur Bestimmung ihrer Leistung. Auf einer flachen vermessenen Strecke über die wichtigen Distanzen von 10 km, Halbmarathon und Marathon haben sie hier auch die optimalen Vorraussetzungen. Komplett asphaltiert, keine engen Kurven, trotz des frühen Termins im Kalender nahezu immer schneefrei und eine ansprechende Konkurrenz – was will das Läuferherz mehr? Ein entsprechendes Rahmenprogramm vielleicht? Auch hierfür ist bestens gesorgt. Eine kleine Marathonmesse, Nudelparty inklusive Getränke, Eintritt in die Therme am Samstag und am Sonntag, das alles ist im Startgeld inbegriffen! Dass der Veranstalter bei der diesjährigen 19. Auflage des Thermenmarathons auf eine Menge Erfahrung zurückgreifen kann, zeigte sich nicht nur daran, dass jeder Lauf sowie die Siegerehrungen auf die Sekunde genau, nach Zeitplan, durchgeführt wurde.

Trotz des sonst eher milden Klimas in Bad Füssing hat an diesem Februarwochenende, genau wie im Rest Europas, auch hier Väterchen Frost ordentlich zugeschlagen. Doch die zweistelligen Minustemperaturen taten der Stimmung keinen Abbruch und wem die 42,2 km unter diesen Vorraussetzungen zuviel waren, der konnte problemlos nach einer Runde das Rennen über die Halbmarathondistanz abschließen.

Ich hatte mich von vornherein über die 21,1 km gemeldet. In Hinblick auf den vier Wochen später stattfindenden Antalya-Marathon, war dies mein wichtigster Vorbereitungswettkampf. Um genauer zu sein, dies war mein einziger Wettkampf. Wegen einer Fraktur des Radiusköpfchens im Dezember musste ich alle anderen geplanten Wettkämpfe zuvor absagen. So durfte es diesmal keine Ausrede geben! Auch das nicht immer perfekt verlaufene Training im Vorfeld durfte nicht zählen! Allerdings wollte ich natürlich auch nicht zuviel riskieren, denn das wichtigste Ereignis steht ja noch bevor. Da ich über meine Leistung nicht ganz im Klaren war, nahm ich mir vor, so gleichmäßig wie möglich auf 1:15 Std. zu laufen.

Ein Blick in die Starterliste zeigte mir sehr schnell, dass ich mit dieser Vorgabe in der ersten Gruppe fehl am Platz sein sollte. Der Vorjahressieger und bayerische Marathonmeister 2011, Andreas Janker, die Lokalmatadoren Marco Bscheidl und Josef Diensthuber, Oliver Greger, Jan Müller, Andreas Straßner, der mit Siegambitionen von der Marathonstrecke auf die HM-Distanz wechselte, sind nur ein paar Namen des hochkarätigen Starterfeldes.

Dementsprechend ließ ich es unmittelbar nach dem Startschuss etwas ruhiger angehen, als die zuvor genannten. Nach 500 Meter merkte ich jedoch, dass ich mit meiner Zeitvorgabe scheinbar alleine unterwegs sein werde und löste mich aus der kleinen Gruppe um Julia Viellehner, welche die Damenkonkurrenz vor Bernadette Pichlmaier gewinnen sollte. Durch eine Tempoverschärfung versuchte ich Anschluss an die achtköpfige Führungsgruppe zu finden, was mir bei deren Tempo natürlich nicht gelingen sollte. Immerhin konnte ich den Abstand bis km 8 relativ konstant halten. Zu diesem Zeitpunkt zog sich aber auch schon diese Gruppe durch ständige Tempowechsel ordentlich auseinander. Mein Ziel konnte nur noch sein, zu hoffen, dem zu hoch gewählten Anfangstempo keinen Tribut zollen zu müssen und die anstehende zweite Hälfte gleichmäßig zu Ende zu laufen.

Die eisige Kälte machte mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel aus. Der Wind wehte meist von hinten oder der Seite und die Sonne sorgte teilweise für „angenehme Kälte“. Völlig wettkampfuntypisch war ich außerdem mit zwei Lagen plus Trikot bekleidet, findet doch mein nächster Wettkampf bei einem Temperaturunterschied von 30 °C statt.

Bei Kilometer 10 stand eine Zeit von 34:14 min auf meiner Uhr – zu schnell, das war klar. Langsamer werde ich von alleine – auch klar… Jetzt wurde es hart, nicht nur wegen des gleichnamigen Ortes, den ich durchlief, sondern, da nun ein brutal kalter Wind in Gesicht blies. Doch es gab eine neue Motivation. Ein Läufer vor mir wurde langsamer. Minütlich kam ich ihm näher und konnte schon bald an der Kleidung erkennen, dass es Andreas Straßner war. Bei km 12 holte ich ihn schließlich ein und bis km 18 sorgte er, direkt hinter mir laufend, dafür, dass ich zumindest nicht langsamer wurde. Diese Position wollte ich nicht aufgeben.

Obwohl die zweite Hälfte deutlich zäher und langsamer als die erste war, erkannte ich drei Kilometer vor dem Ziel, dass ich meine Vorgabe von 1:15 Std. halten, bzw. unterbieten sollte. Zwar fehlte mir wegen der Kälte völlige Dynamik, die Beine taten einfach nur noch ihren Job, mein Gesicht war gefühllos, so dass ich immer wieder die Hände davor hielt. Ich erinnerte mich an meinen letzten Wettkampf, die Tour de Tirol zurück, so etwas wollte ich eigentlich nie mehr erleben. Doch soweit war es auch nicht, denn im Vergleich zu damals, war es heute trocken. Also, Gedanken wieder auf die letzten Meter und die auf mich wartende warme Therme richten! In 1:14:44 Std. überquerte ich schließlich als gesamt 7. die Ziellinie. Da kann ich nicht meckern. Auch wenn es keine Topzeit ist aber in Anbetracht von Kälte, Wind, Anfangstempo, Trainingspensum (nein, ich jammere nicht) war es eine gelungene Generalprobe! Und: Bad Füssing, ich komme wieder!

(c) Norbert Wilhelmi

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

3 Comments

  1. Din sagt:

    Glückwunsch zum gelungenen Saisonauftakt! Hört sich nach einem schönen Lauf an.
    Viel Spaß und Erfolg in Antalya.

    • Sehr geehrter Herr Stegner,

      Vielen Dank für diesen ausführlichen und spannenden Bericht Ihrer Eindrücke vom Thermen-Marathon! Wir würden uns freuen, Sie auch nächstes Jahr wieder in Bad Füssing begrüßen zu dürfen, da wir nächstes jahr unser „20 jähriges“ haben!

      Viele Grüße vom Orga-Team des Thermen-Marathon

  2. Ich gratuliere zu diesem tollen Saisonauftakt. Das ist doch schon eine super Zeit für Anfang Februar. Ich wünschte ich wäre schon soweit. Ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Er gefällt mir sehr gut.

    Ich wünsche ein Dir eine erfolgreiche und vor allem verletzungsfreie Saison.

    Beste Grüße aus Nordhessen
    Flo

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