Chiemgau-Thermen-Halbmarathon

ASICS GEL-HYPERSPEED
25. März 2012
Tempoverzicht
8. April 2012
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Am Start - Bild: PTSV Rosenheim

  • 01.04.2012
  • 10 km, Halbmarathon + Schülerläufe
  • selektiver Rundkurs auf unterschiedlichstem Untergrund, 240 Höhenmeter

Der Chiemgau-Thermen Halbmarathon in Bad Endorf fand 2012 zum zweiten Mal statt. Gemeinsam mit den „Thermen-Läufen“ in Bad Füssing, Bad Reichenhall und Bad Aibling/Bad Feilnbach bildet er den „Thermen Cup“. Mit der Teilnahme an drei der genannten Veranstaltungen ist man automatisch in der Cup-Wertung, für welche die (besten) drei Zeiten addiert werden. In Hinblick auf eine gute Platzierung in der Cup-Wertung ist der Bad Endorfer Halbmarathon nur bedingt geeignet, da die selektive Strecke ca. 4 – 5 Minuten Zeit kostet.

Wie schon zuvor in Bad Füssing berechtigt auch die Teilnahme am Chiemgau-Thermen-Halbmarathon zum Besuch der Therme um nach der schweren Strecke, seine Muskeln in dem herrlich warmen Wasser und vor atemberaubender Bergkulisse zu regenerieren. Für 22 Euro Startgeld gibt es außerdem noch ein Freigetränk sowie ein Funktionsshirt. Trotz der ellenlangen Liste an Sponsoren, welche vor der Siegerehrung vorgelesen wurden, war selbige allerdings sehr nüchtern. Lediglich die Tagesschnellsten der beiden Distanzen wurden mit Preisen bedacht. Den Klassensiegern wurden Medaillen ausgehändigt, die Platzierten des Gesamteinlaufes wurden nicht einmal erwähnt. Auch nicht erwähnt wurden die einzelnen Altersklassen, hier sagte der Moderator stets „die Damen der nächten Altersklasse“ und „die Herren der gleichen Altersklasse“ an. Dabei hat der TSV Bad Endorf doch so viel Erfahrung. Der Gesamtsieger des Halbmarathons, der Österreicher Karl Aumayr, hat sich den Preis für ein Thermen-Wochenende in Bad Endorf allerdings redlich verdient. Mit seinen 1:12:49 Std. dürfte der fünftbeste Marathoni Österreichs 2011 einen Streckenrekord für die Ewigkeit aufgestellt haben.

Am Start - Bild: PTSV Rosenheim

Wer wollte, konnte unmittelbar vor dem Start an dem Dehn- und Aufwärmprogramm der Instruktorin Marion Pittner teilnehmen. Danach hieß es für ca. 300 Teilnehmer, direkt vor der Chiemgau-Therme und neben der Sportschule der Bundespolizei, Aufstellung zu nehmen, um bei bestem Laufwetter, nahezu windstill, sonnig, 8°C, den Rundkurs in Angriff zu nehmen. Während die 10-km-Läufer nach dem Schlussanstieg am Ende der ersten Runde ins Ziel einlaufen durften, gingen die Halbmarathonläufer auf eine zweite Runde, bei welcher kurz vor dem Ende noch eine Wendestrecke absolviert werden musste. Meine GARMIN zeigte am Ende 150 Meter mehr als die normale Distanz, aber vor allem auch 240 Höhenmeter an. Die Strecke auf Garmin Connect.

Nach einer Runde um den Kurpark wurde auf einer langen asphaltierten Gefällstrecke ordentlich Tempo aufgenommen. Ich bewegte mich zu diesem Zeitpunkt so um Platz 8 bis 10. Leider war es von hinten nicht ersichtlich, wer von den vor mir laufenden Athleten 10 oder 21,1 km absolvieren möchte, da wir alle gemeinsam starteten und nur die Schriftfarbe der Startnummer darüber  Aufschluss bot. Am ersten Gegenanstieg, auf Schotter-, bzw. einem Waldweg, nach gut einem Kilometer, schloss ich auf die Verfolgergruppe auf und arbeitete mich durch diese nach vorne. Bis auf einen waren dies alles 10-km-Läufer. Der Halbmarathonläufer teilte mir noch mit, dass ein weiterer direkter Konkurrent vor uns liegt, dann musste er abreißen lassen. Die ersten Drei hatten schon einen gewaltigen Vorsprung herausgelaufen, so dass ich mit einem 10-km-Läufer im Schlepptau, mein eigenes Rennen laufen musste. Der Untergrund wechselte von Waldboden auf eine holprige Wiese und ich dachte mir, dass ich gut beraten gewesen wäre, statt der ASICS DS Racer meine neuen Fuji Racer zu schnüren. Jetzt war es zu spät… Der tiefste Punkt der Strecke war nun erreicht und wir wechselten wieder auf Asphalt. Meinen Blick konnte ich hier über den Simsee zu dem traumhaften Alpenpanorama schweifen lassen. Nein, das ist keine Ablenkung  sondern pure Motivation. Auf der nun leicht zu laufenden flachen Strecke erreichte ich wieder eine Pace von unter 3:30 min/km. Der Läufer in meinem Schatten konnte dies nicht lange halten und war nach der Verpflegung bei km 5 verschwunden.

Im Schlepptau - Bild: TSV Bad Endorf

Bis Thalkirchen ging es ziemlich flach auf Asphalt dahin, dann wechselte wieder der Untergrund und kurz nach einer „links-rechts-Schikane“ über eine schneebedeckte Holzbrücke (einen Sturz konnte ich gerade noch vermeiden) stieg die Strecke wieder an, durch den Kurpark zum Ausgangspunkt. Ein Läufer, auf welchen ich etwas aufholen konnte bog nun nach links ins Ziel ab. Er war der Zweite des 10-km-Laufes, während ich mich als Zweiter des Halbmarathons auf die zweite Runde begab. Den Führenden hatte ich längst aus den Augen verloren. Auf der zweiten Runde versuchte ich die gleichen Splits wie auf der ersten Runde zu laufen. Da diese aber nicht mehr deckungsgleich waren, hatte ich keinen direkten Vergleich. Erst als ich wieder die flache Passage am Simsee erreichte, konnte ich meine Pace überprüfen. Kilometer 17 und 18 waren wieder unter 3:30 min/km – das passt! Die Schikane über die Brücke nahm ich diesmal extrem vorsichtig und dann näherte ich mich der Pendelstrecke. Noch bevor ich diese in Angriff nahm, sah ich den Führenden, der sie bereits vollendet hatte. „Der muss von einem anderen Stern sein“, dachte ich mir nur. Ungefähr 300 Meter nach dem Wendepunkt kam mir mein Verfolger entgegen. Mit diesem beruhigenden Vorsprung nahm ich den Schlussanstieg in Angriff. Nach 1:17:40 Std überquerte ich schließlich die Ziellinie, hinter welcher der Österreicher Aumayr schon fast 5 Minuten wartete.

Insgesamt war es eine schöne Veranstaltung. Alleine die Gegend ist die Anreise wert. Die Strecke ist sehr schön und abwechslungsreich, aber natürlich nicht bestzeitentauglich. Einen gerechten Einfluss auf die Cup-Wertung hat sie somit nicht. Die Siegerehrung war leider der Wermutstropfen der Veranstaltung – diesen Eindruck hätte ich auch als wenn ich nicht unter die Top 3 gelaufen wäre.

Ergebnisse hier

Offizielle Bilder hier und hier

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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