Streckenrekord beim Obermainmarathon

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Zieleinlauf mit Streckenrekord

  • 15.04.2012
  • Halbmarathon, (Landschafts-)Marathon + Nordic-Walking-Strecken
  • Die Marathonstrecke führt entlang bekannter Ausflugsziele und es werden 700 HM bewältigt
  • Streckenbeschaffenheit (Marathon), Asphalt, Forst- und Wanderwege (teils grober Kiesel)

Der Obermainmarathon führt zweifelsohne über eine der schönsten Strecken, die der deutsche Marathonkalender zu bieten hat. Bereits 4 Kilometer nach dem Start in Staffelstein führt der erste Anstieg abseits asphaltierter Straßen durch den Wald zum Kloster Banz. Ein Downhill, teils asphaltiert, teils Forstwege, bringen den Läufer zurück ins Tal nach Hausen, vorbei am Schönbrunner See nach Schönbrunn. Das Tal wird sozusagen durchquert und nach der nächsten Orstschaft, Wolfsdorf, steht die zweite „Bergwertung“ an. Auf Aspahlt geht es steil vorbei an der Basilika Vierzehnheiligen und VORBEI an der Brauerei „Trunk“ und der Berg findet erst nach 350 Höhenmeter ein Ende, als es auf der Höhe nach rechts weg auf den 4 km langen und welligen Schotterweg in Richtuung Staffelberg geht. Hier folgt der steilste Anstieg hoch auf das Plateu, welches umrundet werden muss. Diese 4 km läuft man wieder zurück, begegnet dem Marathontross. Anschließend ein teils, wegen größerer Steine, schwierig zu laufender Downhill nach Ützing. Auf den anschließenden relativ flachen 14 km kann wieder ein zügiges gleichmäßiges Tempo aufgenommen werden. Nach Stublang, Loffeld, Horsdorf, Eichelsee und Unterzettlitz geht es an der Bahnschiene wieder zurück nach Staffelstein. Dort drehen die Marathonis eine Ehrenrunde in Richtung der Seen und durch den Kurgarten, bevor nach einer dreiviertel Stadionrunde das Ziel vor der Adam-Riese-Halle erreicht ist.

Die Veranstaltung erfreut sich seit 2005 einer immer größer werdenden Fangemeinde, deren „Jünger“ ihre Lieblingsstrecke aus folgendem Angebot wählen können: Landschaftsmarathon mit 681 HM, schneller Halbmarathon, 14 + 21 km Nordic-Walking. Um die 2.200 Sportbegeisterte fanden zur 8. Veranstaltung den Weg nach Bad Staffelstein. Mit ca. 1.300 Läufern war der Halbmarathon nicht nur quantitativ am stärksten besetzt, mit Oliver Greger und Nico Jahreis sorgten auch zwei Klasseathlethen für eine tolle Qualität. Über die anspruchsvollen 42,2 km trauten sich knapp über 400 Marathonis.

Die Veranstaltung des TSV Bad Staffelstein wurde in den vergangenen Jahren meist von der Frühlingssonne verwöhnt. In diesem Jahr öffnete Petrus leider etwas seine Schleusen und sorgte zudem noch für relativ kühle Temperaturen und teils ordentlichen Wind. Dennoch war es nicht allzu „läuferunfreundlich“, eher zuschauerunfreundlich, wenn man die Stimmung an der Strecke wertet. Glücklicherweise hatte ich einen kleinen Fanclub, bestehend aus meiner Frau, Mutter und Schwiegermutter dabei, die nicht nur mir ordentlich einheizten. 🙂 Für weitere Stimmung sorgte eine Samba-Band am Start und im Zielbereich im Stadion. Hier war wie eh und je eine super Stimmung, so dass eigentlich jeder über die Ziellinie getragen wurde. Auch für eine perfekte Zielverpflegung (inklusive des im Startgeld beinhalteten gefüllten Leikeim-Bierkrug) war gesorgt.

Mein Rennen:

Etwas zu spät fand ich mich in der Adam-Riese-Halle ein, um meine Startnummer abzuholen. Einen besonderen Kick gab es, als mir mitgeteilt wurde, dass der Start statt um 9 Uhr bereits um 8:45 Uhr stattfindet – ich hätte dies auch auf der Internetseite lesen können. Leider sah ich mir diese lediglich bei der Anmeldung an und da war 9 Uhr geplant…

Also gut, 30 Minuten Zeit um einmal mit dem Auto durch die Stadt zum Bahnhof zu fahren um meine Mutter abzuholen, umziehen, warmmachen. Machen wir uns nichts vor, die Zeit war eh knapp kalkuliert und ein bisschen Adrenalin kann ja nicht schaden. Ab zum Start, wo mir gerade die 1.300 Teilnehmer des Halbmarathons entgegen strömen. Einige kurze Begrüßungen mit alten Bekannten und dem Lokalmatador Uwe Bäuerlein und schon geht es los.

Meine persönliche Vorgabe war, mehr oder weniger aus dem Training startend, ca. 2:48 Std zu laufen, in Vorbereitung auf den in 4 Wochen stattfindenden Rennsteiglauf. Am Tag zuvor kontaktierte mich Uwe und fragte mich nach meinem Vorhaben. Er würde gerne, wie im Vorjahr, eine 2:45 anpeilen – eine echte Ansage auf dieser Strecke – und ich entschied dazu, die Herausforderung anzunehmen und stellte somit die Pace-Vorgabe meiner Forerunner 910XT dementsprechend auf 3:54 min/km, wobei dies bei der selektiven Strecke, wenn überhaupt, nur am Ende interessant werden könnte.

Nach dem Start schlugen wir zu viert eine Pace von knapp über 3:30 an, die sich schon auf dem zweiten Kilometer bei einer 3:40 einpendelte und anschließend wegen der Hügel noch langsamer wurde. Nach km 4 wartete der Anstieg zum Kloster Banz auf uns. Auf gut 1,5 km sind ca. 300 Höhenmeter zu bewältigen. Uwe und ich setzten uns von unseren zwei Mitstreitern ab und konnten mit etwas über 5 min im Schnitt die „Rote Marter“ stürmen. Auf dem Downhill nach Schönbrunn setzte ich mich ein wenig von Uwe ab. Nicht viel, aber die Lücke musste er erstmal wieder schließen. Nach ein paar Schlücken aus der Radflasche des Führungsradlers war er wieder da. Auf dem Weg nach Wolfsdorf hätte auch ich gerne bei km 13 gerne ein Wasser von der Verpflegungsstelle genommen. Doch hier trafen wir mit den Halbmarathonläufern zusammen, welche die Getränkestation völlig blockierten. Der Führungsradler bot mir schließlich, nach einem kurzen Frustausbruch meinerseits, ebenfalls die Flasche an, welche ich gerne annahm. Mit „neuer Kraft“ konnte ich gemeinsam mit Uwe den nächsten Anstieg in Richtung Vierzehnheiligen in Angriff nehmen. Uwe machte einen guten Eindruck, ich fühlte mich aber auch noch gut und obwohl ich hier gerne etwas langsamer gelaufen wäre, hielt ich dagegen. Auf der Höhe angekommen erreichten wir den Wanderweg zum „Berg der Franken“.  Auf diesem zwar welligen aber, im Vergleich zu davor, doch eher flach verlaufenden Track, nahm ich ein Tempo von unter 3:40 min/km auf, welchem Uwe nicht folgen konnte oder wollte. Ich setzte mich schließlich deutlich ab und nahm zur Halbzeit den heftigen Anstieg zum Staffelberg in Angriff. Hier lief ich nun mein Tempo.

„Zum heil´gen Veit von Staffelstein, komm ich empor gestiegen“, so heißt es in der „Hymne der Franken“, und daran hielt ich mich. „…und seh die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen“, geht der Liedtext weiter, doch dafür hatte ich keine Zeit. Entgegen meines ursprünglichen Vorhabens war eine Zeit von deutlich unter 2:48 Std nun möglich, zeigte mir doch meine 910XT einen Schnitt von um 4 min/km am höchsten Punkt der Strecke. Mein „Virtuell Partner“ auf dem Display lag nur knapp vor mir – mein „reeller Partner, bzw. Gegner, deutlich hinter mir. Mit Vollgas ging es nach der Plateu-Umrundung die welligen, mit Gegenwind behafteten 4 km zurück. Der eigentliche Führungsradler hat sich zwischenzeitlich lautlos verabschiedet, klar er hatte ja schließlich auch die Verpflegung des Lokalmatadoren „an Bord“. Ein „Ersatz-Führungsradler“ stieß auf den nächsten Kilometern zu mir um mir den Weg nach Bad Staffelstein zu zeigen. Glücklicher Weise kannte ich den Weg schon von meinem Training vor einer Woche, so dass ich nicht wesentlich abgelenkt war, als der Radfahrer in Ützing nach der Verpflegungsstation, an welcher er sich mit Wasser bediente, nicht nach rechts abbog, sondern anhielt um seinen Durst zu stillen. An den Verpflegungsstationen hatte ich an diesem Tag echt kein Glück, mit Ausnahme in Unterzettlitz wo mir sogar persönlich Wasser gereicht wurde.  Nachdem der Biker seinen eigenen Durst gestillt hatte und ich ihm gefrustet mitteilte, dass ich auch gerne etwas Wasser gehabt hätte, war er so freundlich, fuhr zurück und brachte auch mir einen Becher mit Wasser.

Das letzte Drittel lief, dank der vielen Anfeuerungsrufe meines „Fanclubs“ der parallel der Strecke auf der Straße fuhr und meinen Emotionen ob des eingelegten Tempos, fast spielend. Die Durchschnittspace sank und mittlerweile hatte ich nicht nur zu Uwe, sondern auch zum „Virtuell-Partner“ meiner Garmin einen ordentlichen Vorsprung.

Die Gewissheit über den ausreichenden Vorsprung sorgte auf den letzten Kilometern Richtung Staffelstein dafür, dass ich im kräftig blasenden Gegenwind nicht genug Tempo machte um eine nie vorstellbare Zeit von 2:40 am Ende sogar noch zu knacken. Überglücklich und freudestrahlend lief ich schließlich nach 2:40:22 Std ins Ziel. Ich wusste zwar, dass ich im Allgemeinen gut vorbereitet war, doch dass ich dies am heutigen Tag umsetzen konnte war für mich äußerst überraschend, da ich mich nach Früh-/Nachtdienstkombinationen, wenig Schlaf, Training und dem üblichen Alltagsstress nicht optimal vorbereitet fühlte. Überraschend war es sicher auch für die Zuschauer, denn bis kurz vor meiner Zielankunft, wurde Uwe als Gesamtführender angekündigt – mit dem Beisatz „wir sind gespannt, wie lange Carsten Stegner mithalten konnte.“  Neben dem Gesamtsieg sicherte ich mir sogar noch den Streckenrekord und einen Vorsprung von über 4 1/2 Minuten auf den Zweiten.

Zieleinlauf mit Streckenrekord

Die zügig durchgeführte Siegerehrung hatte für mich leider noch einen kleinen faden Beigeschmack. Sicher suche ich mir meine Wettkämpfe nicht nach Siegwahrscheinlichkeit oder nach Preisgeldern aus, wenn aber ein Preisgeld für den Gesamtsieger des Marathons  ausgeschrieben ist, sehe ich es als selbstverstänldich an, dieses nach getaner Leistung auch in Empfang zu nehmen. Der Vereinsvorstand Karl-Heinz Drossel entschied sich jeoch kurzfristig auf eine Reduzierung um ein Drittel. Auf  Nachfrage war die Reduzierung des Preisgelds aufgrund der geringere Beteiligung des Sponsors Eon nötig. Ich möchte nochmal festhalten: Ich laufe weil es mir Spaß macht, nicht weil man einen „Notgroschen“ verdienen könnte und da ich die spontane und kommentarlose Reduzierung  des Preisgeldes als „unsportlich“ angehesehen habe, habe ich – mit Erfolg – auf die volle Siegprämie bestanden. Von mir auf den Streckenrekord angesprochen, teilte mir der Veranstalter mit, dass eine extra Würdigung für diesen nicht vorgesehen sei.

Homepage des Veranstalters

Ergebnisse

Bericht auf TV Oberfranken

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

7 Comments

  1. Zetzmann Uli sagt:

    Hallo Carsten, Glückwunsch zu deiner tollen Leistung. Über die Eigenarten und Unzulänglichkeiten des Veranstalters hat mich Kurt schon informiert. Ich hatte bisher durchweg gute Erfahrungen mit den Staffelsteinern, sei es beim Stadt-,Berg- und Silvesterlauf. Bei Gelegenheit werde ich Karl- Heinz Drossel auf die Missstände ansprechen.
    Für die Berichterstattung bin ich nicht zuständig. Dies hat in den letzten Jahren Theo Kiefner aus Fürth übernommen.
    Schöne Grüße aus Coburg
    Uli

  2. Carsten sagt:

    Hallo Uli,
    vielen Dank für Deine Glückwünsche!
    Auch ich habe bisher nur gute Erfahrungen in Staffelstein gemacht und finde es nach wie vor phantastisch, wie ein Verein wie der TSV Bad Staffelstein eine solch große Veranstaltung meistert. Man könnte sagen, wo gehobelt wird, fallen Späne… Wenn es dann mal Grund für Kritik gibt, halte ich es für angebracht, diese auch zu äußern.
    Viele Grüße,
    Carsten

  3. Hallo Carsten,
    dicker Glückwunsch noch mal meinerseits! Du hast schon auf dem Plateau wie der Sieger ausgesehen – so locker bist Du mir entgegen gerannt. Das hat auch mich bei meinem 100. Marathon noch motiviert. Das Geschachere von Kalle Drossel kann ich nicht verstehen, denn der Rubel ist ihm bei der großen Resonanz auch massiv zugerollt. Lass Dir davon das Sieger-Glücksgefühl nicht trüben. Einen kleinen Bericht habe ich gestern auf http://www.LGE-laufen.de verfasst und dazu jetzt noch Dein Zieljubelfoto verwendet – okay?
    Hast Du noch eine überlange Trainingseinheit für den Rennsteig vor? Der optimale Reiz war 1992 für mich ein 66km-Lauf 3 Wochen davor, zwei 33km-Runden jeweils mit einem anderen Trainingspartner und viel Profil. Erhole Dich gut vom Marathon, überziehe nicht im Training und viel Glück am 12.5. (sub6)!
    LG John

  4. Carsten sagt:

    Hallo John,
    vielen Dank! Ja, ich habe mich da tatsächlich sehr locker gefühlt. Schade, dass es am Ende so windig war, da war es mit der Lockerheit auch dahin…
    Für den Rennsteig möchte ich schon noch einen ganz langen Lauf einlegen, aber am kommenden Wochenende werde ich wohl nocht nicht übertreiben. Danach werde ich aber die Fränkische oder Hersbrucke Schweiz unsicher machen.
    Viele Grüße, Carsten

  5. An den unbekannten Autor,

    der seit geraumer Zeit meint, hier seine respektlosen, diffamierenden und beleidigenden Kommentare abgeben zu müssen. Es ist erbärmlich, dies anonym zu tun! GIB DICH ZU ERKENNEN, dann können wir gerne wie erwachsene Menschen darüber diskutieren.

    Ich verpflichte niemanden, meinen Blog zu lesen, habe noch nie jemanden zu Unrecht beschuldigt und führe diesen Blog auch nicht, um mich in den Vordergrund zu stellen. FREUNDE die meine Zeilen lesen, möchte ich motivieren und unterhalten – das ist mein Ziel. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum ich Neider haben sollte, falls du einer bist, bist du selbst schuld!

    Viele Grüße,
    Carsten

    PS: Deine Art dich zu anonymisieren zeugt im Übrigen nicht von großer Intelligenz!

    • josi sagt:

      hallo carsten, du mußt mit deinen slbstverherrlichungen bei adam und eva anfangen. Es gibt tausende bessere läufer wie du, die verherrlichen sich nicht selbst, das tun andere! Scheinst das zu vermissen was?
      Dann blmier dich weiter, einen echten sportler kannst du bestimmt mit deinem gesuse nicht motivieren. Die lachen sich kaputt!
      Freuen uns schon auf deine nächste selbsbelobigung!
      Also,- erst aufstehen, dann kaffee, dann duschen, dann zähneputzen,dann ankleiden, ins auto steigen, fahren, wegbeschreibung,ankommen,parken,aussteigen,klamotten aus dem kofferraum, startnummer holen, umkleiden,sehen lassen,— ich bin da — alle freuen sich, an den start, dann deinen wunderbericht wie gehabt, stelle dir vor das macht jeder, da kann man wirklich nur lachen und dich carsten begauern!
      So,- nun komme wieder mit deiner version, du bist nun mal der GRÖßTE !!

  6. holger sagt:

    wieviel Seiten schreibst denn, wenn du 100km läufst ???

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