Run & Bike Marathon Coburg

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Thomas und Carsten bereit zum "rocken"

  • Run & Bike Marathon Coburg
  • 21.07.2012
  • Marathonstrecke auf unterschiedlichem Terrain mit 650 HM
  • Team-Wettbewerb

Der Coburger Run & Bike Marathon hat sich inzwischen zu einer festen Größe im Wettkampfkalender der Läufer und Triathleten in Franken und Thüringen gemausert. Schnell muss man sein – nicht nur auf der Strecke, sondern vor auch um einen der begehrten Startplätze zu bekommen. Der Spaßfaktor  dieser Teamveranstaltung, bei welcher sich Läufer und Radfahrer immer wieder abwechseln, ist nach wie vor sehr groß. Die Leistungen der vorderen Teams aber, haben sich inzwischen in einen Bereich bewegt, der erkennen lässt, dass hier absolute Leistungssportler an den Start gehen. Bei der 7. Auflage dieser Veranstaltung liefen die Sieger Oliver Weingarth und Daniel Götz nach 2:17:23 Std in neuer Streckenrekordzeit ins Ziel. Welche Taktik hierbei angewendet wird, bleibt den Teams weitgehend selbst überlassen. Wichtig ist, dass das Fahrrad persönlich übergeben wird, immer mindestens einer läuft und am Ende beide im Ziel ankommen.

Ich nahm, nach 2008, zum zweiten Mal am Run & Bike Marathon in Coburg, meiner „alten Heimat“ teil. Damals im Mixed-Team, gemeinsam mit meiner Frau. Leider musste sie in diesem Jahr kurzfristig absagen und ich bemühte mich um einen neuen Teampartner, der mit dem Coburger Thomas Komm, zum Glück schnell gefunden war. Die „Taktik“ blieb jedoch gleich: Ich laufe die komplette

Thomas und Carsten bereit zum „rocken“

Strecke alleine, während sich Thomas in dieser Zeit den Hintern auf dem Sattel platt sitzt. Bei meinem dritten Wettkampf über 42,2 km in diesem Jahr lief ich zwar meine schlechteste Zeit, aber die erreichten 2:41:44 Std stimmten mich angesichts der schweren Strecke mit 650 HM durchaus glücklich. Auch wenn Bauchkrämpfe und der vorrausgegangene Schlafentzug durch Nachtdienste mir über weite Teile der abwechslungsreichen Strecke immer wieder den Spaß verdarben.

Um 16:15 Uhr war an der Rolf-Forkel-Halle in Lützelbuch der Start. Um das Unfallrisiko zu reduzieren, starteten die Radfahrer schon 5 Minuten vorher und warteten nach ca. 1,5 km wie an einer Perlenkette gereiht, auf ihre Teampartner. Da es am Anfang leicht bergab ging, lief ich einigermaßen das Tempo der ersten Teams mit. Oliver Weingarth ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, wer das Rennen gewinnen soll. Den Streckenrekord, hat er mehr oder weniger schon angesagt, denn diesen machte er vom Wetter abhängig und dieses war mit ca. 18°C und bewölktem Himmel optimal für eine derartige Leistung.

Auf den ersten 4 – 5 Kilometern liefen die Wechsel zwischen den Teams noch recht hektisch ab und ich konnte schnell erkennen, dass nicht viele dieses Tempo fortsetzen können. Ich war, soweit es die hügelige Strecke zuließ, relativ gleichmäßig, wenn auch mit einem Schnitt von 3:35 min/km viel zu schnell, unterwegs. Die benachbarten Teams legten nach ihren Wechseln regelrechte Sprints ein, um schließlich wieder deutlich langsamer zu werden, so dass ich sie wieder einholte. Das kostete ihnen viel Kraft!  Am Flugplatz Steinrücken hatten wir die erste Anhöhe erreicht und es ging schließlich steil hinunter nach Creidlitz. Zum ersten Mal gab es ein paar wenige flache Kilometer und ich fand ziemlich genau meinen Rhythmus mit einer Pace von 3:40 – 3:45 min/km. Die ersten Teams wunderten sich schon warum ich denn nicht mit meinem Partner wechsle. „Er hat statt seiner Laufschuhe, seine Radschuhe eingepackt“, antwortete ich scherzhaft und bekam mitleidige Blicke geschenkt. Die mitleidigen Blicke hätte ich aber eher in Bezug auf meine Bauchkrämpfe verdient, die sich ab km 10 bemerkbar machten. Doch wie sagte mein Partner Thomas später so schön: „Konzentriere dich aufs Laufen…“ Hm, wie recht er hat.

Wir näherten und dem ersten Stimmungsnest am Wolfgangsee in Wüstenahorn, davor waren noch einige Höhenmeter zu bewältigen und danach der einzige Singletrail des Marathons, ein steiler Berg hoch in Richtung Schorkendorf. Die Radfahrer wurden an dieser Stelle umgeleitet, damit es nicht zu Stauungen kommt. Ein Team mit welchem wir bis zu diesem Zeitpunkt gemeinsam unterwegs waren, konnte ich an dieser Steigung abhängen. Ab nun war ich allein unterwegs – fast allein, denn zum Glück hatte ich Thomas an meiner Seite, der mich nach Belieben mit Gels und Getränken versorgen konnte. Dummerweise war es mir, wegen meiner Krämpfe, überhaupt nicht danach… Nichtsdestotrotz ist es von großem Vorteil, gegenüber einem normalen Marathon, sich dann verpflegen zu können, wenn es einem danach ist. Zu der persönlichen Verpflegung, die beim Run&Bike jeder mit sich führt, gibt es bei km 11, 18, 25, 33 und 38 offizielle Verpflegungsstationen.

Gut ein Drittel des Marathons ist geschafft und wir tauchen in den Callenberger Forst ein. Ich denke an die Anfänge meiner „Laufsportkarriere“ zurück, als ich vor 30 Jahren hier beim Waldlauf teilnahm.

Bei km 17 erreichen wir den nächsten Höhepunkt – das Schloss Callenberg. Höhepunkt ist hier durchaus doppeldeutig zu sehen, denn zum einen befinden wir uns am zweithöchsten Punkt der Strecke und die Schönheit dieses Ausflugsziels ist sicher ebenso als Höhepunkt zu sehen.  Doch dafür ist jetzt keine Zeit, der Belag wechselt wieder auf Asphalt und es geht bergab nach Baiersdorf. Hier unterscheidet sich nun die Strecke zu der, wie ich sie kenne. Denn wir umlaufen den Goldbergsee, der vor vier Jahren nicht mehr als eine Baugrube war. Schön ist es hier geworden! Doch meine Bauchschmerzen lassen mich die neue Streckenführung kaum genießen. Immerhin gibt es eine Motivation von außen: „Ihr seid das 5. Team!“ Wow, das hätte ich gar nicht erwartet, aber mir war natürlich klar, dass bei nachlassender Stärke meinerseits und guter Taktik der anderen Teams, noch einiges von hinten kommt.

Nach 5 km tendenziellem Gefälle schmerzt der kurze Anstieg zur Bertelsdorfer Höhe zum Gelände der „HUK-Versicherung“. Leider gab es hier nicht wie erhofft, das nächste Stimmungsnest. Aber immerhin die nächste Verpflegungsstation. Zwar erwische ich den Wasserbecher nicht, aber Thomas versorgt mich mit zwei anderen Wasserbechern. Wir nähern uns einer Schlüsselstelle der Marathonstrecke: die Überquerung der Bahnlinie kurz vor der Neustadter Straße. Damit die Spitzenteams diese im geöffneten Zustand erreichen, wurde die Startzeit extra  45 Minuten vorverlegt. Als mittlerweile sechstes Team gehören wir ganz offensichtlich zu den Glücklichen, die ungehindert passieren können.

Ich versuche die nächsten wenigen flachen Kilometer zu genießen, die Pace passt immer noch, bevor die Hammeranstiege zur Veste Coburg und anschließend zur Brandsteinsebene anstehen. Eine Rampe führt hinauf in den Hofgarten. Unter uns das Schlossplatzfest, eines der schönsten Feste die ich kenne. Doch leider ist ein optimales Läuferwetter kein gutes Open-Air-feier-Wetter und die meisten Plätze sich leer. Von einer Bühne dröhnt Operngesang, nicht gerade die typische Stimmungsmusik am Rande einer Marathonstrecke, aber dennoch sehr schön und so passend zum Schlossgarten und dem Blick auf Schloss Ehrenburg.

Jetzt beginnt der harte Aufstieg zur Veste. Immerhin muss sich nun auch Thomas auf dem Rad anstrengen. Bei den Anstiegen zuvor konnte ich mich immer von den Mitläufern absetzen, diesmal war es anders. Ein Läufer überholte mich mit hohem Tempo, eine Verfolgung wäre sinnlos gewesen. Erst kurz vor dem Ende des ersten Anstiegs konnte ich wieder auf ihn aufschließen, als er dem Tempo Tribut zollen und gehen musste. Doch da stand sein Partner schon bereit und übernahm als Läufer den nächsten Part. Alleine kämpfte ich mich den nächsten Anstieg zum Flugplatz hoch. Geschafft – der Anstieg und ich! Nun geht es bis Lützelbuch, dem Startort bergab. Vorbei an der nächsten Verpflegungsstation und auf die abschließende 9-km-Runde. Diese verlangt nochmal alles ab. Erste eine Rampe hoch, dann durch den Wald, eine leichte Steigung hoch, die gar nicht enden möchte. Wie vor vier Jahren überholt mich auf dieser Runde Michael Sauer. Damals mit Anke Härtl, diesmal mit Dieter Schöpf unterwegs. Michael beglückwünscht mich zu meiner Leistung, ich beneide ihn um seine Möglichkeit, ständig mit seinem Partner wechseln zu können. Doch ich habe es mir ja selbst so ausgesucht, wollte es nicht anders. Ihre Taktik und auch die der anderen Teams vor uns, soweit wir sie noch einsehen konnten, war am Ende des Rennens perfekt. Nur sehr kurze Laufstrecken und sofort wieder der Wechsel aufs Rad um die schweren Beine etwas zu entlasten. Da habe ich keine Chance zu folgen. Wir erreichen Neershof und es folgt die endlose Gerade hoch in Richtung Autobahnüberführung. Thomas muntert mich auf, ich würde noch gut aussehen… Die Durchschnittspace litt auf den letzten Kilometern erheblich und die 2:40 Std. scheinen nicht mehr möglich zu sein. Wirklich damit gerechnet, sie laufen zu können, habe ich aber eh nicht.

Der Scheitelpunkt ist erreicht. Es geht nur noch bergab, doch auch das muss erst mal gelaufen werden. Immerhin noch mal klar unter 4 Minuten. Die Stimmung im Ziel ist zu hören. Auf dem Weg steht „bitte lächeln“, das schaffe ich noch, als ich gemeinsam mit Thomas auf dem Rad als achtes Team ins Ziel einlaufe.

In unserer Klasse belegen wir Platz sechs. Ein Treppchen wäre unter keinen Umständen als Singleläufer auf dieser Strecke erreichbar gewesen – 2:32 Std hätte ich laufen müssen…

Der Abend klang bei Livemusik und einer kurzweilig gestalteten Siegerehrung aus. Bis zum Ende um 1 Uhr hielten wir jedoch nicht aus, da wir noch aus der „alten Heimat“ zurück in die „Wahlheimat“ fahren mussten.

Es war wieder eine tolle Veranstaltung, perfekt organisiert, und hat auch Thomas animiert, das nächste Mal „richtig“ mitzumachen. Dann werden hoffentlich auch Nicole und ich gemeinsam wieder als „Zwaa im Weggla“ am Start stehen.

Wer Lust hat, diese Strecke schon früher zu laufen, kann dies im Rahmen des Gemeinschaftslaufs „Coburger Wintermarathon“ in der ersten Januarwoche tun. Vielleicht sehen wir uns dort.

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

1 Comment

  1. Christoph sagt:

    Du hast aber noch gut ausgesehen als ich dich mit „hohem Tempo“ überholt habe.

    Wusste aber das mein Partner dort irgendwo steht. Aber So ist das halt beim Run&Bike – man muss ja nicht den ganzen Vesteberg hochrennen ;-), obwohl ich das letzes Jahr auch gemacht habe.

    Alleine war das schon ne super Leistung und Zeit von dir.

    LG Christoph vom Team „Macht Platz“

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