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20. September 2012
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28. Oktober 2012
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  • Bäderlauf  Bad Feilnbach – Bad Aibling
  • 22.09.2012
  • Halbmarathon und 10 km
  • 10 km Rundkurs und 21,1 km von Bad Feilnbach nach Bad Aibling
  • Asphalt- und Schotterwege mit einigen Steigungen

Mit dem Halbmarathon in Bad Füssing im Rahmen des Thermencup startete ich im Februar nach meiner Verletzungspause meine wohl bisher beste Wettkampfsaison. Dass ich diese mit dem vierten Lauf im Thermencup, dem Bäderlauf Bad Aibling abrupt beenden muss, nennt sich wohl Schicksal.

Doch von vorne: Der Halbmarathon boomt, deshalb haben sich die Veranstaltungen Bad Füssing, Bad Endorf, Bad Reichenhall und Bad Aibling / Bad Feilnbach zusammengeschlossen. Den Läufern wird hier die Möglichkeit gegeben mit „drei aus vier“ am „Bayerischen Thermencup“ teilzunehmen. Sämtliche Veranstaltungen haben Volkslaufcharakter, die schnellste Strecke, die meisten Teilnehmer und die größte Konkurrenz vereint sicher die Traditionsveranstaltung in Bad Füssing. Hier erfuhr ich auch von der Wertung und entschloss mich daran teilzunehmen – es ist schließlich eine schöne Art, den Sport mit einem gemütlichen Wochenende in den Voralpen zu verknüpfen.

Die Wertung verlor ich allerdings etwas aus den Augen, als ich mich im Laufe der Saison dazu entschied, am Europacup im Ultramarathon (ECU) teilzunehmen. Die Vorzeichen hierfür standen gut bzw. nahezu perfekt, nach meinem Sieg im slowenischen Celje. Der Halbmarathon in Bad Aibling erschien mir als optimal, meine direkte Vorbereitung für das Finale des ECU in Schwäbisch Gmünd zu starten. Ein Halbmarathon als Tempodauerlauf plus ein paar zusätzliche Kilometer, gleichzeitig die Wertung des Thermencups abschließen und das Ganze in der traumhaften Landschaft des Chiemgaus – es hätte alles schön sein können.

Um 11:00 Uhr fiel in Bad Endorf der Startschuss für den Halbmarathon. Dieser fand in diesem Jahr zum sechsten Mal statt und wird im jährlichen Wechsel in Bad Feilnbach oder Bad Aibling gestartet. Bei der Abholung der Startnummer wurde ich bereits als Topfavorit begrüßt, war mir aber hinsichtlich meines Vorhabens und des bereits geleisteten Wochentrainings alles andere als sicher, dieser Rolle gerecht zu werden. Doch schon nach dem ersten Kilometer zeigte sich, dass das Tempo genau meinem Plan entsprach. Mit einer Pace von knapp unter 3:40 min/km konnte ich mit den ambitionierten Teilnehmern des Volkslaufs die ersten vier Kilometer gemeinsam absolvieren. Dann forcierte ich das Tempo um 10 sec. pro Kilometer und setzte mich rasch von den Verfolgern ab. Wind und gelegentlich einsetzender Regen machten es mir zwar teilweise nicht leicht, aber ich konnte das Tempo immer konstant halten. Einige Zuschauer die mir beim Durchlaufen der kleinen Ortschaften zujubelten motivierten mich außerordentlich, so dass ich zur Hälfte des Rennens bereits einen immens großen Vorsprung hatte und aus der Sichtweite der anderen Teilnehmer verschwunden war.

Der rutschige Belag, insbesondere auf den landwirtschaftlich genutzten Fahrstraßen, erforderte teils hohe Aufmerksamkeit. Diese fehlte mir dann scheinbar beim Überqueren einer nagelneuen Holzbrücke bei km 11,5. Bei der direkt anschließenden 90°-Kurve rutschte ich weg und schlug verdammt hart auf dem Schotter auf. Gleich beim Aufkommen spürte ich, dass ich mir bei diesem Sturz mehr als nur ein paar Schürfwunden zugezogen habe. Starr vor Schmerzen lag ich erst einmal nieder und rappelte mich nur langsam auf. Langsam ging ich ein paar Meter, bevor ich nach und nach wieder in einen humpelnden Trab verfiel. Sehr langsam und schmerzhaft setzte ich so meinen Weg fort. Da ich ohnehin irgendwie ins Ziel kommen musste, beschloss ich, langsam dem Ziel entgegen zu laufen. Von nun an ging es stetig bergan, so dass auch die Verfolger etwas langsamer machen mussten. Ich erwartete eigentlich längst, dass sie mich einholen würden. Nach knapp zwei Kilometer, waren meine Schmerzen soweit „betäubt“ dass ich wieder beschleunigen konnte und schon auf dem vierten Kilometer nach dem Sturz, nahezu mein Tempo von Beginn laufen konnte. Zwar lief mir das Blut in Strömen das linke Bein hinunter und auch am rechten Knie hatte ich eine große Wunde, mein Ellebogen und meine Schulter waren aufgeschlagen, aber der Kopf ignorierte dies. Die Verfolger, die mich fast eingeholt hatten, fielen wieder weiter zurück und unter der mittlerweile durch die Wolken durchschauenden Sonne, lief ich als Erster in Bad Aibling ein. Eine Samba-Band, einen Kilometer vor dem Ziel, heiterte meine Stimmung etwas auf, denn auf den letzten Kilometern ging mir vieles durch den Kopf. Ich war mir mittlerweile ziemlich sicher, dass meine ersten Gedanken nach dem Sturz unnötig waren. So schlimm wird die Verletzung schon nicht sein. Sobald die Wunde etwas gereinigt ist, schaut alles schon viel besser aus und maximal ein paar wenige Tage Trainingspause, schaden sicher auch nicht.

Mit dem Moment, als ich die Ziellinie als Gesamtsieger und somit auch Sieger des Thermencups überquerte, kamen plötzlich die Schmerzen wieder und ich war völlig unfähig noch weiterlaufen zu können. Nach einem Telefonat des Veranstalters wurde ich unverzüglich in Krankenhaus Bad Aibling gebracht. Dort stellte man fest, dass die Wunde am linken Knie sehr tief ist und ins Gelenk reicht. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Dreck im Gelenk ist, machte eine sofortige OP, in Form einer Arthroskopie, nötig. Während für die OP alles Notwendige eingeleitet wurde und ich notdürftig versorgt war, durfte ich erfahren wie schön es ist, an den richtigen Orten die richtigen Freunde zu haben. Kerstin und Carsten versorgten mich mit allem Wichtigen und führten sogar noch eine ganz persönliche Siegerehrung durch, danach begab ich mich in die Hände des Anästhesisten und Operateurs. Einzelheiten erspare ich mir an dieser Stelle. Nur so viel: ich hatte ein riesiges Glück, im Gelenk ist nichts kaputt, auch Sehnen und Bänder wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen, allerdings musste einiges Gewebe entfernt werden, so dass nun eine lange Narbe das Knie ziert.

An Sport ist natürlich die nächste Zeit nicht zu denken und mein großes Ziel, meine so gut verlaufene Saison mit dem möglichen ECU-Sieg zu krönen wurde wegen einer kurzen Unaufmerksamkeit zunichte gemacht. Nein ich werde jetzt nicht jammern, sondern denke an ein schönes sportliches Jahr zurück und freue mich auf die nächste Saison.

Vielen Dank, den Schwestern, Ärzten und Helfern in der RoMed Klinik Bad Aibling, namentlich Herrn Ltd. OA Dr. med. Maier für die tolle Versorgung und das Verständnis für Sportler die mit den Interessen des Mediziners sicher nicht immer leicht in Einklang zu bringen sind. 😉

Website des Veranstalters

Berichte des Bäderlaufs: Laufreport.de / Bayerische Laufzeitung / Oberbayerisches Volkblatt

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

1 Comment

  1. kurt sagt:

    hi karsten glückwunsch gute besserung gr kurt

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