Reizsetzung & Periodisierung
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14. März 2013
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Carsten Stegner Bienwaldmarathon
  • Marathon und Halbmarathon des TSV Kandel
  • 10.03.2013
  • flacher asphaltierter vermessener Rundkurs (mit Wendepunkten)

Der Bienwald-Marathon in Kandel hat den gleichen Jahrgang wie ich, doch das war nicht der Grund warum ich mich entschied an diesem Frühjahrsklassiker teilzunehmen. Seit längerer Zeit stand der Marathon in der Südpfalz auf meiner To-Do-Liste. In Vorbereitung auf meine Ultramarathons sollten die 42 km, perfekt ins Training integriert, als kleine Leistungsfeststellung dienen. Für mich gewann die Veranstaltung jedoch an Brisanz, als ich nach dem 50er in Rodgau in die engere Auswahl für die Teilnahme an der diesjährigen Ultra-Trail-WM in Frage kam. Einige Zeichen konnte ich ja bereits im letzten Jahr setzen, doch der DLV fordert noch eine bestimmte Zeit über eine Referenzstrecke wie dem Marathon. Da diese jedoch bei „lediglich sub 2:40 Std.“ liegt, sollte sich an meinem Vorhaben nichts ändern, den Marathon ohne extra darauf abgestimmte Vorbereitung erfolgreich zu finishen. Nun, etwas nervöser als sonst war ich dennoch…

Das Wetter versprach perfekt zu werden. Während sich in der Nordhälfte Deutschlands bereits wieder der Winter breit machte, konnten wir in der Pfalz am Samstag noch einen warmen sonnigen Frühlingstag verbringen; am Wettkampf-Sonntag sanken zwar die Temperaturen etwas, aber mit trockenen 12 -13 °C herrschten optimale Bedingungen. Apropos optimal: Der Veranstalter TSV 1886 Kandel hat mit der Ausrichtung der gesamten Veranstaltung ein echtes Gütesiegel verdient! Von der Startnummernausgabe bis zur Siegerehrung gab es nicht das Geringste zu bemängeln. Auf der  flachen, in weiten Teilen auf langen Straßen durch den Wald führenden asphaltierten Straßen, verirrten sich natürlich wenig Zuschauer. Umso mehr Stimmung machten die freiwilligen Helfer an den Verpflegungsstationen, sowie die Streckenposten. Das habe ich auch schon ganz anders erlebt. Ein großes Lob an alle Mitwirkenden! In der Nähe des ersten Wendepunktes in Schaidt, sorgte zudem noch eine Samba-Band für den richtigen Takt.

Pünktlich um 10 Uhr war Start. Marathonis und Halbmarathonins machten sich aus ihren Startboxen gemeinsam auf den Weg vom Stadion Kandel in Richtung Minfeld. Ich sortierte mich in einer Gruppe von Halbmarathonläufern ein. Die Schnellsten Marathonis ließ ich ziehen, hier hatte ich nichts mitzureden. Timo Zeiler, Martin Skalsky und Matthias Müller schlugen von Beginn eine Zielzeit von deutlich unter 2:30 Std an. In der Gruppe um den Ex ASICS Fontrunner Matthias Vosseler fühlte ich mich wohl und lief hier – allerdings ein wenig schneller als zunächst geplant – bis zu deren Wendepunkt bei km 12,3 mit.

Von nun an war ich auf mich alleine gestellt. Nur kurz überlegte ich, ob ich in der Gruppe um Michael Sommer, welche ebenfalls die Marathondistanz läuft, besser aufgehoben wäre. Doch das alleine Laufen sollte ich seit spätestens dem slowenischen Ultra im letzten Jahr gewohnt sein und so setzte ich meinen Schritt in der ursprünglich geplanten Pace von 3:43 – 3:45 min/km fort. Kurz bevor ich den ersten Wendepunkt erreichte, kamen mir die drei Favoriten geschlossen entgegen. Ungefähr an der gleichen Stelle kamen mir meine Verfolger entgegen, als ich den Wendepunkt passiert hatte. Es folgte der Rückweg über die lange Gerade, einer komplett gesperrten Staatsstraße bis die Strecke bei km 21,1 nach rechts in einen schmaleren Weg zum zweiten Wendepunkt mündete. Die Führenden kamen mir knapp 600 Meter vor diesem entgegen. Sie waren jedoch nur noch zu zweit. Timo Zeiler hatte das Rennen zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Plötzlich lief ich auf dem völlig unerwarteten dritten Platz. Doch schon nach gut 30 km, als die Strecke wieder auf die lange Gerade führte, wusste ich, dass es nur noch darum geht, das Tempo auf dem Level zu halten um in den geplanten 2:38 Std die Ziellinie zu überqueren. Die letzten Kilometer wurden deutlich schwerer als geplant, doch ich hatte noch genügend Puffer um  meine Zielzeit zu erreichen. Gleichmäßig – wenn auch gleichmäßig langsam – bewegte ich mich in Richtung Kandel. Zwar holten die Verfolger auf, doch ich hatte noch genügend Vorsprung um die letzten 300 Meter im Stadion zu genießen. 2:38:27 Std zeigte schließlich meine GARMIN als ich die Ziellinie des 38. Internationen Bienwald-Marathons überquerte.

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20 Jahre nach meinem letzten Einsatz im Nationaltrikot, habe ich somit einen erneuten Start mit dem Bundesadler an der vermutlich im Juli stattfinden Ultra-Trail-Weltmeisterschaft in Irland perfekt gemacht. Ab jetzt heißt es einen ordentlichen Trainingsaufbau zu betreiben um eine perfekte Saison zu erleben. Ab der kommenden Woche geht es dafür erst mal nach Mallorca.

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

1 Comment

  1. John sagt:

    Glückwunsch Carsten! 1989 war der Kandel-M. Im Herbst und ich mit 2:36 h nur 102. Ich wünsch Dir weiter ’nen stabilen Aufbau für die perfekte Saison! 🙂

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