Ultramarathon Celje – Logarska Dolina

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Am ersten Samstag im September findet seit 28 Jahren der Ultramarathon von Celje nach Logarska Dolina statt. Die Strecke folgt dem Flusslauf der Savinja, welche 5 km nach dem Ziel in Logarska Dolina entspringt und sich nach einem 90 Meter tiefen Wasserfall in dieses wunderschöne Alpental ergießt. Ein absolut lohnenswertes Ausflugsziel – wenn einen die Füße nach den 75 km noch tragen. Ansonsten kann ich jedem nur raten, ein paar Tage in dieser traumhaften Gegend zu verbringen.

Nicht mein Vorjahressieg, sondern die Herzlichkeit der Menschen, die tolle Landschaft und natürlich die Veranstaltung an sich, waren ausschlaggebend, auch in diesem Jahr wieder am Samstag früh um 6 Uhr am Start der drittgrößten Stadt Sloweniens zu stehen. Celje stand an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Sports. Doch nicht der Ultramarathon, sondern die Basketball-Europmeisterschaft war hierfür verantwortlich. Am Start fanden sich, wie im Vorjahr, ca. 200 Läuferinnen und Läufer ein. Auf der Strecke werden es schließlich noch deutlich mehr, denn in Mozirje startet der Marathon, in Ljubno die 27 km und in Luče die teilnahmestärkste Strecke über 17 km.

Im vergangenem Jahr führte die Strecke teils auf der Straße entlang, da wegen Hochwasser nicht alle Wege entlang der Savinja gelaufen werden konnten. In diesem Jahr liefen wir auf der Originalroute, was den Trailfaktor und vor allem die Attraktivität der Strecke erheblich erhöhte. Wegen der Sperrung einer Fußgängerbrücke konnte die kleine Zusatzrunde gleich zu Beginn nicht gelaufen werden. Hierdurch verkürzte sich die Strecke um zwei, auf 73 km. Und noch etwas sollte sich verändern: denn ich hatte nicht vor, wie beim letzten Mal, 70 km im Alleingang zu bewältigen.

So lief ich von Beginn an mit einem Schweizer Ultraläufer, der den Wettkampf als letzte lange Einheit vor seiner Teilnahme am Spartathlon nutzen wollte. Schnell waren wir uns einig, dass wir einen sehr großen Teil der Strecke gemeinsam laufen wollen. Schnell war dieses Vorhaben aber auch wieder ad acta gelegt, als der Eidgenosse eine kleine Tempoverschärfung nach 3 km nicht mitging. Nach elf Kilometern musste ich eine Pause einlegen, da ich mir einen spitzen Stein so ungünstig in den Schuh getreten hatte, dass er in meinen Fußballen stach. Ein freundlicher Helfer an der dortigen Verpflegungsstation konnte den Stein mit seinem Werkzeug aus dem Schuh entfernen. Der Schweizer und ein weiterer Läufer hatten mich inzwischen wieder passiert.001

Wider jeder Vernunft beschleunigte ich auf eine Pace von 3:40 min/km und holte die Beiden nach knapp zwei Kilometern wieder ein. Von nun an folgten bis km 55 gleichmäßige 5-km-Splits in 20:30 – 21:00 Minuten.

Ich genoss die veränderte Streckenführung. Zwar waren immer wieder ein paar Rampen zu überwinden und einige Wege erforderten viel Konzentration, doch es war landschaftlich um ein Vielfaches schöner.

Für Abwechslung sorgten die Zuschauer, die immer wieder an der Strecke standen und toll anfeuerten. Einen wunderbaren Job machte Igor. Er war bis Ljubno der Führungsradfahrer und wechselte von dort ins Führungsauto, um so für die nötige Sicherheit auf der Straße zu sorgen. Mit ihm hatte ich einige nette Gespräche und so wurde es ziemlich kurzweilig.
Schließlich gab es noch meinen eigenen „Fanclub“ in Form von Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Hund. Sie waren an allen, zuvor geplanten, wichtigen Punkten der Strecke. Dort wurde ich angefeuert und bestens verpflegt. So konnte ich regelmäßig mein Isoton, sowie Liquid-Gel zu mir nehmen.

Mit Aktiv3 bestens versorgt

Mit Aktiv3 bestens versorgt

Obwohl die Temperaturen im Laufe des Wettbewerbs die 20-Grad-Marke deutlich überschritten, hatte ich im Vergleich zu meinen letzten Wettkämpfen keinerlei Probleme mit Krämpfen. Leider hatte ich aber mit Bauchschmerzen zu kämpfen, die sich in letzter Zeit auch hin und wieder im Training ankündigtren und zum Ende des Rennens immer schlimmer wurden. Am Ende des Rennens musste ich deswegen deutlich das Tempo reduzieren, bzw. einen Halt einlegen.

Mit der Einbiegung nach Logarska Dolina mobilisierte ich nochmals meine Kräfte um unter 5:15 Std. die Ziellinie zu überschreiten.

Obwohl ich erst zum zweiten Mal bei diesem Lauf dabei bin und zuvor gerade mal knappe zwei Wochen Urlaub hier machte, fühlte ich mich wie auf dem Weg zu einem Heimsieg.

004Überglücklich sprang ich als Gesamtsieger über die Ziellinie. Die Wiederholung meines Vorjahreserfolges war dabei alles andere als vorhersehbar. Mein Training war nur in den letzten wenigen Wochen einigermaßen planmäßig, denn wegen einer Muskelverletzung und meiner Teilnahme an der Ultratrail-WM musste ich auf viele wichtige Trainingseinheiten verzichten.

Den Erfolg feierten wir schließlich ausgiebig mit unseren Freunden in „Logarski Kot„. Hier wurde während des Wettkampfes mitgefiebert und die Chefin, Tatjana, schickte sogar ihren Bruder, Robert, zum Anfeuern und Fotografieren auf die Strecke. Vielen Dank für den unvergesslichen Abend.

Ein ganz herzliches Dankeschön auch an den Veranstalter und alle Mitwirkenden des Ultramarathons. Bei der tollen Organisation und der Herzlichkeit fühlt man sich einfach wohl!

Wir hatten vier sehr schöne Tage in Slowenien und genossen die phantastische Gastfreundschaft wie auch schon im letzten Jahr wieder im „Kmečka Hiše Ojstrica„.

Natur pur, leckeres Essen und „isotonische“ Getränke (z.B. Borovničevec) verkürzen die Regenerationszeit ungemein, was bleibt sind die schönen Erinnerungen!

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Siegerehrung

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

1 Comment

  1. Dieter sagt:

    Hallo Carsten,

    eine absolute Glanzleistung! Dazu meinen Glückwunsch!

    Ebenso hast du diesen Bericht sehr ausführlich und mitreißend geschrieben. Jetzt wünsche ich dir für den Finallauf in Schwäbsich Gmünd alles Gute und drücke dir ganz fest die Daumen.

    Liebe Grüße
    Dieter

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