2. Lauf im Ultramarathon-Europacup

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Strecke des Brdska Stezka

Schon zum 47. Mal fand in diesem Jahr der „Brdská stezka“, ein Ultra-Marathonlauf über die Höhen des Brdy-Mittelgebirges südlich von Prag, statt. Der Lauf gehört zum Europacup der Ultramarathons und ist der zweite Lauf in dieser Serie. Für mich sollte der Lauf eine besondere Bedeutung haben, denn nach erst einem Wettkampf in diesem Jahr, erhoffte ich mir hier eine Art Standortbestimmung. Im Vorjahr konnte ich an dieser Stelle den Gesamtsieg vor den Lokalmatadoren Daniel Oralek und Radek Brunner feiern. Für die 50 km und 850 Höhenmeter benötigte ich damals 3:17 Stunden. Mein Training verlief damals bis zu diesem Zeitpunkt allerdings auch deutlich konstanter und ich hatte einige Wettkampfkilometer mehr bewältigt als in diesem Jahr.

Strecke des Brdska Stezka

Strecke des Brdska Stezka

Der Vorabend verlief noch ganz ähnlich dem des Vorjahres; Anmeldung in der in die Jahre gekommenen Schulsporthalle, ein paar wenige Kilometer lockerer Dauerlauf und dann in die äußerst empfehlenswerte Pizzeria „Al Capone“, wo ich mit den Lauffreunden Gößweinstein einen netten geselligen Abend verbrachte.

Gegen halb acht, eine halbe Stunde vor dem Start, fand ich mich am nächsten Morgen auf dem Sportplatz in Mnisek pod Brdy ein, gab meine Eigenverpflegung ab und traf auf eine Menge alter Bekannter. Selbstverständlich waren auch meine Kontrahenten des Vorjahres, Daniel und Radek unter der überschaubaren Zahl von Teilnehmern. Radek konnte in der zweiten Hälfte des letzten Jahres seine Leistung erheblich steigern und lief unter anderem niedrige 7 Stunden über 100 km (Durchgangszeit 3:18 Std.!!) – an diese Leistung knüpfte er in diesem Jahr nahtlos an. Dies machte er auch deutlich, als er gemeinsam mit Daniel schon nach 5 km ein paar Meter Vorsprung herausgelaufen hat.

Ihr Tempo wollte ich zu diesem Zeitpunkt keinesfalls mitgehen und nahm mir vor, den ersten langen Anstieg ab km 6 in meinem eigenen Tempo zu laufen. Ein vierter Läufer der zu diesem Zeitpunkt noch bei mir war, ließ nun auch zu mir abreißen, so dass ich zunächst ein einsames Rennen lief. Auf einer langen Gerade zwischen km 9 und 10 hatte ich Blickkontakt zu den beiden Führenden, die bereits einen immensen Vorsprung hatten. Der vierte Läufer war fast genausoweit hinter mir. Es folgte noch ein weiterer Anstieg und schließlich ein Bergabstück, auf welchen man es so richtig rollen lassen konnte. Obwohl ich hier einen Schnitt von unter 3:30 min/km lief, war der andere Läufer, welcher die kompletten 50 km von zwei Radfahrern begleitet und versorgt wurde, direkt hinter mir. Anschließend überholte er mich und ich konnte sein Tempo auf den nächsten Kilometern nicht ganz mitgehen. Lediglich auf dem langen Gefälle zur Hälfte des Rennens konnte ich wieder zu ihm aufschließen – hier gelang ihn ganz offensichtlich nicht das vorher durchgeführte Kunststück…

Höhenprofil

Höhenprofil

An den nun folgenden Anstieg ab km 30 konnte ich mich noch gut erinnern. Im letzten Jahr konnte ich mich hier entscheidend von Daniel absetzen. Dieser war heute bereits – wortwörtlich – über alle Berge und auch mein diesjähriger Mitstreiter mit seiner Fahrradbegleitung entfernte sich zusehends von mir. Mir fehlte einfach die Lockerheit; eigentlich schon von Beginn an, war jeder Schritt schwerer als im Vorjahr. An diesem Anstieg näherte sich die Durchschnittspace schließlich auch den 4 Minuten und am „Gipfel“  war es dann auch geschehen: schwarz auf grau stand auf meiner Garmin Forerunner die 4:00 geschrieben. Bei noch zwei folgenden Anstiegen war mir nun klar, dass es keine Zeit mehr unter 3:20 Std werden kann. Zu den

Typischer Streckenabschnitt

Typischer Streckenabschnitt

vielen Gedanken, die ich ohnehin schon während des gesamten Rennens mit mir mitschleppte, kamen nun noch diese unnötigen Gedanken um die Pace dazu. Es bestätigte sich mal wieder, wenn man im Kopf nicht frei ist, können es die Beine auch nicht sein. Das einzige Positive war, dass ich weder Krämpfe noch Magenprobleme hatte. Noch nie hatte ich in einem Lauf so oft grundlos an einen Ausstieg gedacht. Noch nie war mein Schweinehund so widerspenstig wie heute. Ich habe ihm zwar nicht nachgegeben, aber so richtig überwinden konnte ich ihn auch nicht. Ohne richtig zu kämpfen – und sei es nur für eine etwas bessere Zeit – erreichte ich nach 3:22 Stunden das Ziel.

Vor dem Rennen wusste ich nicht so richtig wo ich stehe. Die Trainingszeiten waren manchmal saugut, manchmal unterirdisch. Beständig waren nur die Unbeständigkeit und ein fortwährendes Krankheitsgefühl. Jetzt nach dem Rennen ist alles genauso unklar wie zuvor. 3:22 Std auf dieser Strecke sind jetzt nicht gerade grottenschlecht, aber dennoch weit entfernt, von dem wo ich sein sollte. Nur wie sollte ich auch dort sein, wenn ich nur 60 – 70 Prozent meines Trainingsplans umsetzen kann. In den nächsten zwei Wochen muss ich auf jeden Fall richtig in meinen Körper hören und dementsprechend über die Fortsetzung der Saison entscheiden…

Ergebnisse

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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